Hinteregger: 'Sind ja keine Trotteln'

ÖFB-Klartext

Hinteregger: 'Sind ja keine Trotteln'

Hinteregger lobte 'neue Reize' unter Foda und sieht kein Problem bei Systemwechseln.

Österreichs Fußball-Nationalteam ist am Donnerstag gestärkt in Richtung Klagenfurt abgehoben. Die Österreicher gehen mit dem Selbstvertrauen von sechs Siegen in Serie, vier davon unter dem neuen Teamchef Franco Foda, in den Länderspiel-Klassiker am Samstag (18.00 Uhr im oe24-LIVE-Ticker) gegen Weltmeister Deutschland.

"Wir wissen, dass wir in der Defensive extrem gut stehen und vorne immer für Gefahr sorgen können", sagte Augsburg-Legionär Martin Hinteregger. Noch kein einziges Gegentor haben die Österreicher in diesem Jahr in drei Tests gegen Slowenien (3:0), Luxemburg (4:0) und zuletzt Russland (1:0) erhalten. Deutschland wird laut Hinteregger aber "der erste richtige Härtetest". Die Deutschen seien WM-Favorit. "Da werden wir sehen, wo wir stehen."

Die Mannschaft hat unter Foda eine neue Entwicklung genommen. "Wir haben andere Reize bekommen, auch taktisch", erklärte Hinteregger. Die häufigen Systemwechsel funktionieren trotz der kurzen Zeit, die beim Nationalteam für Taktiktraining zur Verfügung steht. Hinteregger: "Wir sind ja schon länger im Geschäft." Auch bei den Vereinen sei man unterschiedliche, zum Teil flexible Systeme gewohnt. "Wir sind ja auch keine Trotteln."

Foda setzt auf verschiedene Systeme

Vorgänger Marcel Koller hatte sehr lange an seinem gewohnten 4-2-3-1 festgehalten. Mit dem eingespielten Team schaffte es Österreich zwar mit einer überragenden Qualifikation zur EM 2016 in Frankreich, dort ging der ÖFB-Auswahl aber die Luft aus. Foda legte von Beginn an Wert auf Flexibilität, die Abwehr wirkte bisher in der offenbar bevorzugten Dreier-, aber auch in einer Viererkette stabil.

"Wir kennen uns schon ewig gefühlt", begründete Hinteregger. "Die Dreierkette passt zu unseren Spielertypen." Sein Nebenmann Sebastian Prödl sei prädestiniert dazu, in der Mitte für die Einteilung zu sorgen. Dazu kommt noch Aleksandar Dragovic. "Wir wollen beweisen, dass wir in Österreich Fußball spielen können", sagte Hinteregger vor dem Prestigeduell mit dem großen Nachbarn. Belächelt werde man als Österreicher im deutschen Fußball aber ohnehin nicht mehr.

Prödl sprach von einem "richtigen Gradmesser. Es können zwei Welten sein am Samstag, das müssen sie aber nicht sein. Wir sind auch eine gute Mannschaft." Das ÖFB-Team sei unter Foda gereift, der Abwehrchef ortet so etwas wie "Aufbruchstimmung" - wohlwissend, dass die wirklich entscheidenden Spiele erst ab Herbst in der neuen Nations League und dann 2019 in der EM-Qualifikation steigen. "Die sind aber nicht mehr so weit weg."

Deutschland ist ein Schritt dorthin. Auch der Weltmeister soll voll gefordert werden. "Wenn die einen Flow haben, sind sie unglaublich - und wenn nicht, sind sie immer noch besser als andere", warnte Prödl. "Wir werden sehen, wo unsere Grenzen sind, und wo noch Potenzial nach oben ist." Für Florian Kainz liegt es unter anderem im Angriffsdrittel. Dort gelte es, die Chancen besser zu Ende zu spielen. Dann sieht der Offensivmann von Werder Bremen gegen Deutschland Chancen: "Wenn alle Spieler an ihre Leistungsgrenze gehen, können wir da auch etwas holen."