Zweikampf um Windtner-Nachfolge als

Duell um ÖFB-Thron: Krammer gegen Milletich

Michael Krammer und Gerhard Milletich sind die ÖFB-Präsidentschaftskandidaten
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Im Oktober entscheidet sich wer Leo Windtner als ÖFB-Präsident ablöst. Wie ÖSTERREICH erfuhr, zeichnet sich um den begehrten Posten ein heißer Zweikampf ab.
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Wien. Österreichs größter Sportverband steht vor einer richtungsweisenden Entscheidung. Wer tritt die Nachfolge von Präsident Leo Windtner an? Am Montag werden die Kandidaten im Rahmen einer Sitzung des ÖFB-Wahlausschusses nominiert. Fünf Tage später ist in Salzburg ein neuerliches Treffen geplant. In dieser Sitzung sind Hearings der Präsidenten-Anwärter vorgesehen. Die Kür folgt am 17. Oktober in Velden.

Krammer vs. Milletich

In den Ring um den begehrten Posten steigen der langjährige burgenländische Verbandboss Gerhard Milletich und Ex-Rapid-Präsident Michael Krammer. Milletich wäre die interne Lösung des ÖFB. Die Nachfolge wäre somit mit wenig Vorlaufzeit verbunden. Der 65-jährige Unternehmer zieht seit 2012 die Fäden im burgenländischen Fußball und ist Mitglied des ÖFB-Präsidiums.

Michael Krammer
Ex-Rapid-Präsident Michael Krammer steigt in den ÖFB-Wahlkampf ein © GEPA

Gute Chancen werden auch Michael Krammer nachgesagt. Der 61-jährige ist seit Jahren erfolgreich in der Mobilfunk-Branche unterwegs. Von 2013 bis 2019 war er als Rapid-Präsident tätig und könnte als ÖFB-Präsident einen neuen Karrieremeilenstein erreichen. Roland Schmid steht ebenso im Kandidaten-Topf. Er wäre im November 2019 beinahe Rapid-Präsident geworden. Einige Monate später verließ Schmid die Hütteldorfer als Sponsor und engagiert sich mittlerweile beim Wiener Ostligisten First Vienna FC.

Politkampf: Türkis gegen Rot

Eine große Rolle im Wahlkampf spielt die Politik – es ist wie so oft ein Kampf Türkis gegen Rot. Wahlberechtigt sind die neun ÖFB-Landespräsidenten sowie vier Vertreter der Bundesliga. Es ist davon auszugehen, dass die vier Bundesliga-Stimmen im Block für einen Kandidaten vergeben werden. Drei Landesverbände und vier Bundesliga-Stimmen bedeuten die Mehrheit.

Krammer gilt als Kandidat der westlichen Landesverbände, welche der ÖVP zugerechnet werden und die Mehrheit im Wahlausschuss haben. Milletich ist im Osten Favorit. Er baut etwa auf die Unterstützung von SPÖ-Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil, der mit dem Burgenland den ÖFB sponsert.

Gerhard Milletich
Gerhard Milletich kennt die Strukturen des ÖFB als burgenländischer Verbandsboss wie kein Zweiter © GEPA

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ÖSTERREICH bemühte sich um eine Aussage des Spitzenkandidaten Milletich, doch dieser wimmelte ab: „Ich gebe zu dem Thema kein Statement ab“. Ein Dementi klingt anders ...

Das muss der neue ÖFB-Präsident mitbringen

Wolfgang Bartosch, Vorsitzender des ÖFB-Wahlausschusses gibt die Eigenschaften vor, die ein neuer Verbandsboss mitbringen muss. Er soll "fußballbegeistert, möglichst unabhängig und gut vernetzt sein" sowie Fachkompetenz besitzen. Ein hauptamtlicher, also bezahlter ÖFB-Präsident ist zumindest für die kommende, vierjährige Periode kein Thema. "Dazu wäre eine Satzungsänderung nötig, und die ist in der kurzen Zeit nicht mehr möglich", erklärte Bartosch.

Lobende Worte gab es von Bartosch für Milletich. "Er ist erfahren, lange im Fußball-Geschäft und ein erfolgreicher Unternehmer. Seine Lebensbiografie ist eng mit dem Fußball verbunden, insofern wäre auch er eine gute Wahl." Für Fußball-Insider Peter Linden (peterlinden.live) steht Krammer in der Favoritenrolle.

Der künftige Verbandschef, wie immer er auch heißen mag, muss auf jeden Fall keine einschneidenden Veränderungen vornehmen. "Ich erwarte mir vom neuen Präsidenten keine Revolution, sondern eher Kontinuität", meinte Bartosch.

Der ÖFB-Präsident gilt als eine Art Aufsichtsrats-Vorsitzender, der in wichtigen Bereichen - wie in der Teamchef-Frage - ein Vorschlagsrecht besitzt. Die operative Leitung des Verbandes obliegt Generalsekretär Thomas Hollerer sowie dem Geschäftsführer der ÖFB Wirtschaftsbetriebe GmbH, Bernhard Neuhold.

ÖFB Gremium
Bernhard Neuhold, Leo Windtner, Thomas Hollerer und Wolfgang Bartosch (v. li. n. re) sind aktuell die Führungskräfte des ÖFB © GEPA

Große Herausforderungen stehen bevor

Die erste großen Herausforderung des Windtner-Nachfolgers dürfte es sein, den Bau des Trainingszentrums und der neuen ÖFB-Geschäftsstelle zu finalisieren. In dieser Angelegenheit, die auf Basis eines Präsidiumsbeschlusses verfolgt wird, hat sich Windtner deutlich für den Standort Wien-Aspern ausgesprochen, doch dagegen gibt es nicht unerheblichen Widerstand im Präsidium.

Daher erscheint es fraglich, dass dieses Projekt noch in der Amtszeit des 71-jährigen Oberösterreichers fixiert wird. "Ich glaube hier nicht an eine Entscheidung in den nächsten Tagen", erklärte Bartosch.

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