3:0 gegen Magna

Rapid wahrt Titel-Chance gegen Schöttel

Mit einem fulminanten 3:0-Sieg gegen Magna Wr. Neustadt ist Rapid auf Erfolgskurs.

Österreichs Fußball-Rekordmeister Rapid ist am Samstag bis auf fünf Punkte an Bundesliga-Tabellenführer Red Bull Salzburg herangerückt. Die Hütteldorfer feierten vor 16.900 Zuschauern im Hanappi-Stadion gegen den SC Magna Wiener Neustadt einen völlig verdienten 3:0-(1:0)-Heimsieg. Die Salzburger treffen erst am Sonntag zum Abschluss der 31. Runde auswärts auf den LASK.

Nikica Jelavic mit einem Kopfball-Doppelpack (21., 80.) sowie Kapitän Steffen Hofmann (54.) machten mit ihren Toren die enttäuschende Nullnummer unter der Woche gegen den LASK vergessen. Die Rapidler, die eine starke Leistung boten, sind damit schon neun Runden ungeschlagen.

Wiener Neustadts Trainer Peter Schöttel wurde bei seinem erstmaligen Auftritt als Coach eines gegnerischen Bundesligisten im Hanappi-Stadion von den Rapid-Fans mit Sprechchören und Transparenten freundlich empfangen. Die Elf des Rapid-Rekordspielers startete gut in die Partie und hielt in den Anfangsminuten voll dagegen. Einziges Manko des Aufsteigers vor der Pause war die Anfälligkeit bei Standardsituationen.

Jeweils nach einem Eckball von Hofmann schoss Dober mit links deutlich drüber (15.) sowie setzte Eder einen Kopfball über das Tor (18.). Bei einem Direkt-Versuch des Rapid-Kapitäns war Wiener-Neustadt-Goalie Fornezzi auf dem Posten (20.). Im nächsten Anlauf war der slowenische Tormann dann aber machtlos. Nach einem neuerlichen Hofmann-Corner köpfelte der heranstürmende Jelavic vom Fünfer via Innenstange zum 1:0 ein (21.).

Die Rapidler wollten angetrieben von der Führung schnell nachlegen, Fornezzi wehrte einen Schuss von Boskovic zur Ecke ab (25.) und Salihi kam nach einer Jelavic-Flanke nicht richtig zum Kopfball (28.). Die Schöttel-Schützlinge waren zweimal einem Treffer nahe, Rapid-Goalie Hedl war aber sowohl bei einem Viana-Schuss aus spitzem Winkel (17.) als auch bei einem gefinkelten Koulousek-Freistoß (37./Fußabwehr) auf dem Posten.

Nach dem Seitenwechsel legten die allmählich wieder besser in Form kommenden Wiener nach zwei vergebenen Möglichkeiten von Boskovic (49.) und Salihi (52.) schnell den Grundstein zum Sieg. Nach einer Drazan-Flanke und einer Fornezzi-Kurzabwehr gab Jelavic zurück auf Hofmann und der Mittelfeldregisseur schoss genau unter die Latte zum 2:0 ein (54./16. Saisontor).

Danach hatten Hofmann und Co. leichtes Spiel. Während Dober (67./drüber) und Boskovic (70./knapp daneben) noch im Abschluss die Effizienz vermissen ließen, machte Jelavic seine Sache besser. Nach einer Thonhofer-Flanke beförderte der Kroate wie beim 1:0 den Ball per Kopf und via Innenstange ins gegnerische Tor (80.).

Für den Aufsteiger hatte die Niederlage keine allzu große Bedeutung, zumal er weiter auf Rang fünf liegt und das Augenmerk schon vor dem Gastspiel in Hütteldorf auf dem Cup-Halbfinale am Dienstag auswärts gegen Austria Kärnten gelegen war. Schöttels Bilanz beim Club von Frank Stronach ist nun mit jeweils vier Siegen, Remis und Niederlagen komplett ausgeglichen.

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Die Wiener Austria bleibt in der Fußball-Bundesliga auf klarem Kurs Richtung Europacup. Während sich Sturm mit einem Punkt begnügen musste, gingen die Violetten am Samstagabend gegen Schlusslicht Austria Kärnten als 2:0-(1:0)-Sieger vom Platz. Die Mannschaft von Karl Daxbacher liegt fünf Runden vor Saisonende nun acht Zähler vor den Grazern auf dem dritten Tabellenrang. Auch Stadtrivale Rapid ist mit nur drei Punkten Abstand noch in Reichweite.

Michael Liendl stellte in der Klagenfurter Hypo Group Arena mit einem direkt verwerteten Freistoß in der 27. Minute die Weichen auf Sieg. Joker Petr Vorisek (93.) gelang Sekunden vor dem Abpfiff die Entscheidung. Die Austria, die in Kärnten im Herbst noch 1:2 unterlegen war, feierte damit den fünften Erfolg in den jüngsten sieben Partien. Kärnten hat bei weiter 15 Punkten Rückstand auf Kapfenberg nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt.

In einer über weite Strecken ereignislosen Partie reichte der Austria eine Standardsituation, um die drei Punkte unter Dach und Fach zu bringen. Der für den verletzten Kapitän Acimovic aufgebotene Liendl überraschte Kärntens anstelle des geschonten Schranz aufgebotenen Bundesliga-Debütanten Georg Blatnik mit einem direkt verwerteten Freistoß ins kurze Eck. Als Entschuldigung für den 17-jährigen Torhüter musste allerdings auch die löchrige Mauer der Kärntner angeführt werden.

Die auch ohne den gesperrten Junuzovic angetretene Austria war zwar optisch überlegen, zeigte ansonsten aber wenig nennenswerte Aktionen. Bei einem Handspiel von Kärntens Verteidiger Salvatore im Strafraum (34.) reklamierten die Wiener darüber hinaus vergeblich Elfmeter. Die junge Elf von Joze Prelogar, in der der Ex-Austrianer Blanchard sein Comeback im defensiven Mittelfeld gab, wirkte bemüht, hatte in der Offensive aber kaum etwas zu bieten. Das anstehende Cup-Semifinale gegen Wr. Neustadt am kommenden Dienstag war offensichtlich bereits in den Köpfen der Hausherren.

Mit Pink anstelle von Blanchard setzte der sichtlich unzufriedene Prelogar nach Seitenwechsel auf neuen Schwung im Angriff. Der 19-Jährige setzte sich mit einem Lattenschuss aus 20 Metern (66.) auch einmal in Szene. Kärnten kam besser ins Spiel, war aber zu ineffektiv, um die Torsperre der nun auf das Halten der Null bedachten Violetten zu brechen. Im Finish war die Austria dem zweiten Tor deutlich näher. Nachdem Klein (87., 88./zweimal rettet Blatnik) und der eingewechselte Schumacher (90.) bereits gescheitert waren, besorgte Vorisek nach Vorarbeit von Jun auch die endgültige Entscheidung.

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Die SV Ried hat rechtzeitig vor dem Cup-Halbfinale am Mittwoch gegen Sturm Graz (18.15/live ORF 1) Selbstvertrauen getankt. Das Team von Paul Gludovatz setzte sich am Samstag in der 31. Bundesliga-Runde gegen Kapfenberg mit 2:1 (1:1) durch und hat nach dem ersten Erfolg nach sechs sieglosen Matches (0-1-5) einige Sorgen weniger.

Die Rieder waren durch einen Freistoß von Pavlov neuerlich in Rückstand geraten (28.), doch Herwig Drechsel sorgte mit zwei Elfer-Toren - jeweils nach Foul von Rauscher, der deshalb in der 53. Minute die gelb-rote Karte erhielt - dafür, dass die Oberösterreicher auch das vierte Heimspiel gegen die Mannschaft von Trainer Werner Gregoritsch gewannen.

Beide Teams waren zuletzt alles andere als erfolgsverwöhnt - Ried war in den vergangenen 14 Spielen nur ein Sieg gelungen, Kapfenberg ist nun schon neun Runden sieglos (0-4-5), hat als Neunter aber dennoch 15 Punkte Vorsprung auf Schlusslicht Kärnten. Es gab zwar Chancen, doch die Tore fielen aus Standardsituationen. Aus einem umstrittenen Freistoß brachte der zuletzt gesperrt gewesene Pavlov die Steirer mit seinem siebenten Saisontreffer in Führung. Nacho scheiterte bei der vorerst besten Rieder Chance nach Hammerer-Vorarbeit an Keeper Wolf (42.), doch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte durften die Fans der Gastgeber doch noch jubeln.

Nach einem Foul von Rauscher an Hammerer (in einer ähnlichen Szene zwischen Rauscher und Drechsel zuvor hatte Referee Einwaller nicht gepfiffen) glich Drechsel aus. Bald nach dem Wechsel verwertete der Routinier kaltblütig auch den erst zweiten in dieser Saison den Riedern zugesprochenen Penalty. Rauscher hatte sich neuerlich nur mit einem Foul zu helfen gewusst, nach der Attacke an Nacho musste er vorzeitig in die Kabine.

Kapfenberg kämpfte in der Folge um das Remis (Sencar scheiterte aus kurzer Distanz/48.), doch die Rieder waren an diesem Tag stärker und gewannen dank der stärkeren zweiten Hälfte verdient. Sie waren dem 3:1 näher als die Gäste dem Ausgleich. Hammerer (77./Stange), Burgstaller (50.) und vor allem Drechsel (69./Wolf hielt) fanden gute Chancen

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Sturm Graz muss die Hoffnungen auf einen Europacupplatz über die Meisterschaft wohl ad acta legen. Am Samstag kamen die viertplatzierten Steirer in der 31. Runde der Fußball-Bundesliga bei Mattersburg über ein 0:0 nicht hinaus und liegen bereits acht Punkte hinter Austria Wien. In einer über weite Strecken enttäuschenden Partie konnten die Steirer ihre Stärken nicht richtig ausspielen und erstmals in dieser Saison die Burgenländer nicht schlagen.

Mattersburg erwies sich in der Anfangsphase der ersten Hälfte als ebenbürtiger Gegner, schon nach rund 20 Minuten hatten die ohne Jantscher, Hlinka (beide gesperrt) sowie Beichler (verletzt) angetretenen Gäste aber besser ins Spiel gefunden und tauchten einige Male gefährlich vor dem gegnerischen Tor auf. Sturm-Akteur Andreas Hölzl konnte dazu aber nur wenig beitragen, der ÖFB-Teamkicker kegelte sich in der 17. Minute die rechte Schulter aus und wurde sechs Minuten später durch Prawda ersetzt.

Die besten Einschussmöglichkeiten aufseiten der vor dem Tor meist zu umständlich agierenden Grazer fand in der 24. Minute Kienast vor, der nach einem präzisen Lochpass von Salmutter erst an Bliem scheiterte. Für Mattersburg verfehlte Spuller, der von Naumoski per schönem, weiten Pass bedient worden war, mit einem Volleyversuch Sekunden vor dem Pausenpfiff den Grazer Kasten.

Die zweite Hälfte begann wenig spektakulär, vorläufiger "Höhepunkt" blieb ein Zusammenstoß zwischen Schildenfeld und Naumoski, der Letzterem eine Platzwunde am Kopf sowie einen "Turban" eintrug. Von Dynamik war freilich auch danach wenig zu merken, im Pappelstadion kam Langeweile auf. Salmutter, klar bester Sturm-Spieler, scheiterte in der 57. Minute an Bliem bzw. verfehlte eine Kienast-Flanke per Kopf nur knapp (65.).

Den Matchball vergab schließlich aber Naumoski, dessen vermeintlicher Siegtreffer per Kopf sich als Lattenpendler entpuppte (80.). Sturm kam in einem spannenden Finish noch einige Male in Bedrängnis, in der 84. Minute wurde ein Tor der Burgenländer zurecht aberkannt, weil Waltner zuvor im Abseits gestanden war. Schildenfeld scheiterte kurz vor dem Schlusspfiff an Bliem, wenig später parierte der gute Mattersburg-Goalie noch einen Schuss des eingewechselten Lavric.