Bullen: Kampfansage fürs Rückspiel

Nach Pleite in Baku

Bullen: Kampfansage fürs Rückspiel

Mittelfeldstar Kampl verspricht für CL-Rückspiel "90 Minuten Powerfußball".

Salzburgs siebenter Anlauf auf die Gruppenphase der Fußball-Champions-League hat am Mittwoch in Baku mit einem 1:2 gegen Aserbaidschans Meister Karabach Agdam begonnen. Für die bisher locker aufspielenden "Bullen" war es in einer ereignisreichen Partie auch eine "Niederlage zur richtigen Zeit", wie Neo-Trainer Adi Hütter anmerkte. Der Optimismus für das Rückspiel ist jedenfalls ungebrochen.

Vielen Chancen nachgetrauert
"Ein Wunschergebnis schaut natürlich anders aus, die Enttäuschung ist schon da", sagte Andreas Ulmer nach der ersten Pflichtspielniederlage der laufenden Saison. Der Linksverteidiger weinte vor allem den zahlreichen vergebenen Chancen nach der Pause nach, wo man sieben Einschussmöglichkeiten benötigte, ehe der zwischenzeitliche Ausgleich durch Jonatan Soriano (77.) fiel. "In der zweiten Hälfte hätten wir uns eigentlich einen Sieg erarbeitet", betonte Ulmer.

Vor 31.000 stimmgewaltigen Fans (Hütter: "Das war schon beeindruckend") kam das frühe Gegentor in der zweiten Minute denkbar ungünstig. Das übliche Salzburger Spiel, mit dem die Gegner bisher an die Wand gedrückt wurden, blieb in seinen Ansätzen stecken. "Der Spielverlauf war natürlich nicht für uns. Das hat uns ein bisschen aus der Bahn geworfen", resümierte Hütter. "Der letzte Pass ist oft nicht gekommen, wir haben zu wenige Torchancen herausgespielt." Und Agdam hätte einen starken Gegner abgegeben. "Karabach wäre in der Bundesliga mit dem Publikum im Rücken und mit vielen klasse Einzelspielern wohl besser als unsere Spitzenmannschaften", befand Hütter.

Karten-Spiele
Die Rote Karte für Rechtsverteidiger Christian Schwegler machte es Salzburg freilich nicht leichter - eine Parallele zum 5:0-Erfolg bei Wr. Neustadt am vergangenen Wochenende, wo man ebenfalls längere Zeit in Unterzahl spielte, ließ sich jedenfalls nicht erkennen. Für Schwegler war es eine klare Fehlentscheidung, die der ukrainische Schiedsrichter Bojko in der 34. Minute traf. "Ich habe es so gesehen, dass von uns noch andere und zumindest Hinteregger noch in der Nähe waren. Deswegen habe ich mich auch etwas riskanter hinbewegt", erklärte der Schweizer die Aktion gegen den schnellen und technisch starken Agdam-Stürmer Reynaldo.

Dass der Brasilianer - so wie sein Teamkollege Admir Teli, der Gelb-Rot sah - im Rückspiel gesperrt ist, nachdem er kurz vor Schluss wegen rohen Spiels gehen musste, dürfte Salzburg jedenfalls nicht schaden. "Für uns ist es möglicherweise ein Vorteil", bemerkte Hütter, der allerdings beide Roten Karten in die Kategorie "fragwürdig" einstufte.

Zweite Hälfte lässt hoffen
Was den Trainer aber wesentlich zuversichtlicher für das Rückspiel machte, war die Leistung seiner Truppe nach dem Seitenwechsel. "Wir waren klar überlegen, haben klar nach vorne verteidigt. Karabach hat in der zweiten Hälfte auf Konter gespielt", meinte Hütter. Sein Pendant auf aserbaidschanischer Seite, Qurban Qurbanov stimmte dem zu: "Da hat man gesehen, dass Salzburg eine sehr starke Mannschaft ist", erklärte der ehemalige Nationalteamstürmer. Was Hütter in der zweiten Hälfte ärgerte, war erwartungsgemäß das neuerliche Gegentor, bei dem der ansonsten starke Sadio Mane den Ball im Dribbling verlor: "Das war absolut unnötig."

Soriano fordert mehr Konzentration
Für den Torschützen Soriano, der sich erstmals in dieser Saison in einem Spiel mit nur einem Treffer zufriedengeben musste, war der schwache Start in die erste Hälfte auch Kopfsache. "Wir brauchen in Salzburg eine andere Mentalität", forderte der Spanier. "Wir waren nicht hundertprozentig konzentriert." Aus Schweglers Sicht sei man auch etwas überambitioniert in die Partie gegangen: "Wir haben uns sehr viel vorgenommen, vielleicht sogar zu viel."

So oder so will man sich vom großen Ziel nicht abbringen lassen. "Wir wollen in die Gruppenphase", stellte Hütter einmal mehr unmissverständlich klar. Geht es nach Mittelfeldmann Kevin Kampl, gibt es nach dem zweiten Duell in Wals-Siezenheim, für das am Mittwoch 8.000 Karten verkauft waren, ohnehin nur einen logischen Aufsteiger: "Wir werden von Anfang an voll draufgehen, attackieren, zeigen wer der Chef ist. Es wird 90 Minuten Vollgas Powerfußball geben, wie man das von uns kennt."