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Sturm stellt Weichen für die Zukunft

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Statutenänderung geplant, Mario Haas kehrt aus Japan zu seinem Stammverein zurück.

Eine Woche vor dem wohl endgültigen Lostag für den österreichischen Fußball-Traditionsklub SK Sturm Graz werden bereits am Donnerstagabend für die Rettung des in Konkurs befindlichen Bundesligisten wichtige Entscheidungen getroffen. In einer Generalversammlung präsentiert Interims-Präsident Hans Fedl ab 18:00 Uhr den Mitgliedern im Brauhaus Puntigam seinen designierten Nachfolger Hans Rinner und dessen Pläne.

Budget-Härte
Dieser will mit seinem neuen Vorstands-Team eine Statutenänderung erwirken, die eine gegenseitige Kontrolle des Vorstandes und der Mitglieder vorsieht. "Damit das, was passiert ist, nicht noch einmal passiert", begründete Rinner. "Niemand kann dann mehr Geld ausgeben, als budgetiert ist." Das war in der Ära von Vorgänger Hannes Kartnig offenbar der Fall. Rinner ist zuversichtlich, dass die Mitglieder dem neuen Konstrukt zustimmen: "Wenn nicht, dann wird es Sturm in dieser Form wahrscheinlich nicht mehr geben."

Geld für Zwangsausgleich
Der neue Vorstand ist dafür verantwortlich, die mehr als zwei Millionen Euro, die für eine 15-prozentige Teilbarquote an die Gläubiger notwendig sind, bis zur Tagsatzung am 25. Jänner aufzubringen. Masseverwalter Norbert Scherbaum hat den Schuldenstand zuletzt mit 16 Millionen Euro beziffert. Jurist Michael Drexel wird die Mitglieder über die aktuelle finanzielle Situation informieren. "Wir haben sehr gute Fortschritte gemacht", versicherte Rinner. "Der Zwangsausgleich sollte gefühlsmäßig durchgehen."

Investorengruppe
Dafür sorgen laut Rinner drei namhafte steirische Unternehmen, die selbst darüber bestimmen können, ab wann sie öffentlich als Unterstützer auftreten. "Die Investorengruppe ist zum Teil in den neuen Vorstand eingebunden. Ein Teil ist aber auch verdeckt. Je nachdem, wie es dem entsprechenden Investor beliebt", erklärte Ex-Präsident Fedl, der "Sturm neu" ebenfalls erhalten bleibt. Der Nachfolger von Hannes Kartnig betonte erneut, nie das Präsidentenamt angestrebt zu haben: "Ich war ein Präsident auf Zeit, weil niemand anderer zur Verfügung stand."

Erfolgreiche Zukunft
Noch vor dem D-Day am 25. Jänner sollen bei Sturm aber die Weichen für eine erfolgreiche sportliche Zukunft gestellt werden. Bereits am Freitag (16:30 Uhr) nach der Generalversammlung informieren die Grazer in einer Pressekonferenz über die aktuellen Entwicklungen. Unter anderem trainiert der ehemalige Nationalstürmer Mario Haas nach seiner Rückkehr aus Japan seit einiger Zeit bei seinem Ex-Klub. "Bis Freitag sollte es zu einer Übereinkunft kommen", meinte der neue Sturm-Manager Hans Lang.

Neuverpflichtungen
Zudem testet Trainer Franco Foda Torhüter Dariusz Kampa, Verteidiger Fabian Lamotte und den Brasilianer Rodrigo. "Wir spielen gegen den Abstieg. Die Mannschaft darf sich keinesfalls verschlechtern", begründete Rinner. "Es gibt einige Abgänge, die wir nachbesetzen müssen." Unter anderem sind die Verteidiger Ernst Dospel (Pasching) und Ronald Gercaliu (Austria) abgewandert. Als Sportdirektor ist Walter Hörmann im Gespräch, neuer Amateure-Trainer könnte Hannes Reinmayr werden. Immer unter der Voraussetzung, der Zwangsausgleich wird angenommen.

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