WAC bleibt der Angst-Gegner von Rapid

Bundesliga

WAC bleibt der Angst-Gegner von Rapid

Rapid verliert beim Wolfsberger AC mit 1:2 - Zwei Ausschlüsse beim WAC.

Der WAC ist endgültig zum Angstgegner von Rekordmeister Rapid avanciert. Der Aufsteiger gewann am Sonntag zum Abschluss der 24. Runde der Fußball-Bundesliga auch das dritte Saisonduell mit den Wienern. Mihret Topcagic (16.) und Christian Thonhofer (35.) trafen beim 2:1-Sieg für die Kärntner. Guido Burgstaller hatte Rapid vor 5.150 Zuschauern in Führung gebracht (10.).

Rapid ist damit auch nach vier Frühjahrsspielen weiter sieglos. 19 Punkte fehlen dem Tabellendritten nach lediglich zwei Zählern in den vergangenen fünf Runden bereits auf den führenden Stadtrivalen Austria . Dabei bestritten die Hütteldorfer weite Teile der zweiten Hälfte in numerischer Überlegenheit, nachdem die WAC-Spieler Nenad Jovanovic (50.) und David de Paula (79.) jeweils Rot gesehen hatten.

Novota ersetzte Königshofer
Bei Rapid hütete der Slowake Jan Novota das Tor, weil Lukas Königshofer in der Nacht Vater eines Sohnes geworden war. Ansonsten trat der Rekordmeister in Bestbesetzung an, ging durch Burgstaller auch früh in Führung. Der Kärntner erzielte in seinem 100. Bundesligaspiel nach Außenrist-Pass von Deni Alar in die Schnittstelle der Abwehr das erste Rapid-Tor dieser Saison gegen den WAC. Die beiden ersten Begegnungen hatte der Aufsteiger 1:0 und 2:0 gewonnen.

Der Rekordmeister verabsäumte es, nachzusetzen - und wurde von seinem Angstgegner, der ihm kaum Räume ließ, prompt bestraft. Topcagic wurde bei einer Flanke von Liendl von der Rapid-Abwehr im Strafraum völlig alleine gelassen, nahm sich den Ball mit der Brust herunter und schoss überlegt ein. Der WAC erspielte sich daraufhin leichte Vorteile, bei einem Versuch von Jacobo war Novota aber auf dem Posten (17.).

Ex-Rapidler drehte Partie für WAC
Der Ex-Rapidler Thonhofer zielte genauer. Der Außenverteidiger traf von halbrechts via Innenstange, nachdem er sich gegen den mehrmals indisponierten Gerson durchgesetzt hatte. Die Rapidler taten sich auf dem holprigen Boden in der Lavanttal-Arena lange sehr schwer, ihr übliches Kombinationsspiel aufzuziehen. Viele Fehlpässe - auch von Kapitän Steffen Hofmann - waren die Folge.

Erst nach Seitenwechsel legten die Hütteldorfer einen Gang zu. Hofmann schickte mit der Ferse Burgstaller auf die Reise, der schob den Ball aber am langen Eck vorbei (49.). Nur eine Minute später rutschte Jovanovic als letzter Mann Boyd in die Beine. Zuerst zeigte Referee Rene Eisner fälschlicherweise WAC-Kapitän Michael Sollbauer die Rote Karte, fand dann aber doch noch den richtigen Mann.

Rapid am Ende gegen WAC chancenlos
Großchancen der Rapidler blieben aber auch in zusehends größer werdender numerischer Überlegenheit Mangelware. Ein Burgstaller-Schuss ging zu zentral aufs Tor (59.), ein Freistoß von Hofmann daneben (83.). Auf der Gegenseite ließ der eingewechselte Rivera den Matchball aus. Der Spanier schoss einen mehr als fragwürdigen Elfmeter links am Tor vorbei, nachdem Polverino in einem Zweikampf mit Sonnleitner zu Boden gegangen war (78.). Es war der einzige WAC-Torschuss nach der Pause.

Im Finish mauerte Wolfsberg mit acht Feldspielern, weil auch De Paula nach einem brutalen Foul an Hofmann vom Platz musste. Nur noch Burgstaller kam einem Treffer nahe (87.). Der WAC landete damit den ersten Heimsieg seit Mitte September (6:0 gegen Wr. Neustadt) und ist im Frühjahr weiter ungeschlagen. Aus drei Partien haben die Kärntner 2013 sieben Punkte geholt. Bei zwei Spielen weniger fehlen nur noch drei Zähler auf den Tabellenfünften Ried.

Die Meunungen zum Spiel:

Nenad Bjelica (WAC-Trainer): "Wenn man gegen Rapid dreimal in der Saison gewinnt, ist das unglaublich schön. Für uns war es wichtig, zu Hause drei Punkte zu holen. Das ist uns lange nicht mehr gelungen. Wir haben gewusst, dass wir mit einem Mann weniger wenig nach vorne machen können. Daher haben wir geschaut, dass wir gut stehen. Wir haben gut die Räume zugemacht. Eigentlich hat Rapid in Überzahl außer der Chance von Burgstaller keine Chance gehabt."

Peter Schöttel (Rapid-Trainer): "Wir haben 1:0 geführt und alles unter Kontrolle gehabt. Es ist fahrlässig, wie wir es dem Gegner ermöglichen, die Partie umzudrehen. Es fehlt der letzte Wille. Es darf nicht sein, dass wir zum dritten Mal im Frühjahr in Führung gehen und die Partie nicht zu Ende bringen. Wir haben von Beginn an das Spiel gemacht, haben uns dann aber schlecht und nachlässig verhalten. Das ist etwas, das neu ist im Frühjahr. Natürlich ist uns nicht besonders viel eingefallen. Der Gegner steht eben zu 90 Prozent drinnen. Aber zu solchen Situationen darf es bei einer starken Mannschaft nicht kommen. Wir müssen jetzt langsam wieder in die Bahn kommen."

Wolfsberger AC - SK Rapid Wien 2:1 (2:1)
Lavanttal-Arena, 5.150 Zuschauer, SR Eisner
Torfolge: 0:1 (10.) Burgstaller, 1:1 (16.) Topcagic, 2:1 (35.) Thonhofer.

WAC: Dobnik - Thonhofer, Jovanovic, Sollbauer, Baldauf – Polverino – Kerhe, De Paula, Liendl (64. Putsche), Jacobo (53. Hüttenbrenner) – Topcagic (71. Rivera)

Rapid: Novota - Trimmel, Sonnleitner, Gerson (74. Wydra), Schrammel - Pichler, Boskovic (74. Schaub) - Alar (60. Sabitzer), Hofmann, Burgstaller - Boyd

Rote Karte: Jovanovic (50., Torraub), De Paula (79., Foul)
Gelbe Karten: Polverino bzw. Gerson, Schaub
Die Besten: Thonhofer, Sollbauer, Kerhe bzw. Pichler, Burgstaller

Anm.: Rivera schoss einen Elfmeter am Tor vorbei (78.).