China-GP

Mercedes-Teenager Antonelli feiert Premierensieg

Der 19-jährige Italiener Antonelli gewann in Shanghai souverän vor Sprint-Sieger Russell.

Shanghai. Kimi Antonelli hat in China seinen ersten Grand-Prix-Sieg in der Formel 1 gefeiert. Der 19-jährige Italiener triumphierte am Sonntag in Shanghai souverän vor seinem Mercedes-Teamkollegen George Russell. Das Ferrari-Duo Lewis Hamilton und Charles Leclerc belegte die Plätze drei und vier, hatte aber einen deutlichen Rückstand auf die "Silberpfeile". Sprint-Sieger Russell verteidigte seine WM-Führung nach dem zweiten Saisonrennen, der Brite liegt nun vier Punkte vor Antonelli. 

"Ihr habt mir geholfen, einen Traum zu erfüllen", funkte Antonelli, nun zweitjüngster Grand-Prix-Sieger der F1-Historie hinter Red-Bull-Pilot Max Verstappen, euphorisch. Der Niederländer, im Sprint nur Neunter, schied nach einem verpatzten Rennwochenende ohne Punkte wegen eines Defekts aus. Antonelli wurde im Siegerinterview emotional und verdrückte Freudentränen. "Ich bin sprachlos. Ich habe meinem Team so viel zu verdanken", sagte der Shootingstar.

Antonelli erlöste Italien

Antonelli siegte als erster Italiener seit Giancarlo Fisichella vor 20 Jahren in Malaysia mit einem Vorsprung von 5,5 Sekunden auf Russell. "Ich wollte Italien wieder zurück an die Spitze bringen", betonte der Teenager. Ein Verbremser kurz vor Schluss beim Versuch, die schnellste Runde zu drehen, blieb ohne Folgen. Russell freute sich mit seinem jungen Teamkollegen. "Es ist so speziell, wenn du dein erstes Rennen gewinnst." Auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff war nach dem Erfolg seines Schützlings überglücklich. "Dafür haben sich die vier harten Jahre gelohnt", sagte der Wiener im ORF.

Hamilton, Sprint-Sieger 2025 in China, fuhr indes mit einem Respektabstand von 25 Sekunden auf Antonelli sein erstes Grand-Prix-Podium für Ferrari ein. "Ich hatte so viel Spaß. Wir hatten wieder einen super Start und es war für mich eines der tollsten Rennen seit langer Zeit. Wo wir mit Ferrari jetzt sind, das ist ganz anders als vergangenes Jahr", sagte der 41-jährige Rekordweltmeister. Das McLaren-Duo Lando Norris und Oscar Piastri hingegen konnte wegen unterschiedlicher technischer Probleme nicht am Rennen mitwirken. Haas-Pilot Oliver Bearman überzeugte unterdessen als Fünfter vor Pierre Gasly im Alpine.

McLaren-Drama vor dem Start

Wie schon in Australien spielten sich auch in China bereits vor dem Start dramatische Szenen ab. McLaren schob seine beiden Boliden von der Startaufstellung wieder in die Box, um Probleme zu beheben. Das Vorhaben blieb erfolglos, die dritte Startreihe frei. Für Piastri war es nach dem Unfall auf dem Weg zum Start in Melbourne der zweite Grand Prix ohne Teilnahme. Auch Audi-Pilot Gabriel Bortoleto und Williams-Fahrer Alexander Albon mussten zuschauen.

Ferrari überzeugte wie schon tags zuvor im Sprint sowie in Australien mit Raketenstarts, Hamilton übernahm von Position drei die Führung. Antonelli, seit Samstag jüngster Pole-Setter in der Motorsport-Königsklasse, verteidigte den zweiten Platz vor Leclerc und Russell. Am Ende der zweiten Runde zog der Teenager wieder am Altmeister vorbei, auch Russell war kurz darauf wieder Zweiter. Eine verpatzte Startphase erlebte Red Bull: Verstappen kam wie schon im Sprint nicht gut vom Fleck und fiel von Startplatz acht weit zurück, Teamkollege Isack Hadjar drehte sich und fand sich am Ende des Fahrerfelds wieder.

Antonelli profitierte von Dreikampf

In der 10. von 56 Runden auf dem Shanghai International Circuit verursachte Aston-Martin-Pilot Lance Stroll wegen eines Defekts bei seinem Aston Martin eine Safety-Car-Phase. Beim Restart hatte Russell kurz mit Grip-Problemen auf dem harten Reifensatz zu kämpfen und musste die beiden Ferraris unfreiwillig vorbeilassen. Es entwickelte sich ein packender Dreikampf, von dem Antonelli an der Spitze profitierte und seinen Vorsprung ausbaute. "Sie sind genau an den richtigen Stellen schnell", ärgerte sich Russell im überlegenen Mercedes am Funk.

In der 29. Runde war die Doppelführung der Silberpfeile wiederhergestellt, Antonelli lag zu diesem Zeitpunkt bereits fast acht Sekunden vor seinen Verfolgern. Russell fuhr in der Folge den Ferraris davon, Hamilton und Leclerc kämpften indes um den letzten Podestplatz. "Das ist eigentlich ein ziemlich unterhaltsames Duell", funkte Leclerc. Am Ende musste sich der Monegasse dem britischen Rekordweltmeister geschlagen geben. Dahinter kämpfte sich Verstappen bis auf den sechsten Platz nach vorne, ehe der Vierfach-Weltmeister seinen Boliden in der Box abstellen musste.

Nur 22 statt 24 Rennen

In zwei Wochen steht in Japan das dritte Saisonrennen auf dem Programm. Der April ist nach den Absagen der Stationen Bahrain und Saudi-Arabien wegen der militärischen Eskalation im Nahen Osten rennfrei.

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