Massa am Freitag am schnellsten

Formel 1

Massa am Freitag am schnellsten

Im ersten freien Training war der Brite Lewies Hamilton Schnellster gewesen.

Auch streunende Hunde, Smog und Staub haben Felipe Massa auf dem Weg zur ersten Tagesbestzeit auf der neuen Formel-1-Strecke in Indien nicht aufhalten können. Der brasilianische Ferrari-Pilot legte am Freitag auf dem gerade erst fertiggestellten Buddh International Circuit in Greater Noida vor den Toren Neu Delhis in 1:25,706 Minuten die schnellste Runde hin und war rund neun Hundertstelsekunden schneller als Doppel-Weltmeister Sebastian Vettel im Red Bull. Nur knapp dahinter wurde Massa-Teamkollege Fernando Alonso Dritter.

   Die neue Strecke hielt dem ersten Belastungstest vor der Grand-Prix-Premiere am Sonntag (10.30 Uhr MEZ/ORF, Sky und RTL) stand und verlangte den Fahrern viel ab. Ein ständiges Auf und Ab, viele Kurven, eine lange Gerade, auf der Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 320 Kilometern pro Stunde erreicht werden sollen: Der Kurs aus der Feder des deutschen Architekten Hermann Tilke hat es den Fahrern angetan.

   Zudem hatten einige Fahrer mit der staubigen Strecke zu kämpfen, Pastor Maldonado (Williams) und Jaime Alguersuari (Toro Rosso) legten im ersten Training Dreher auf die Fahrbahn, Jerome d'Ambrosio demolierte seinen Marussia Virgin. Vor allem am Morgen hat auch der Smog den Piloten zu schaffen gemacht. Damit nicht genug, haben streunende Hunde beim Morgen-Training eine Unterbrechung von mehreren Minuten erzwungen. Massa ließ sich davon nicht ablenken.

   Auch Vettel nicht. "Es ist eine interessante Strecke. Es war sehr staubig, aber die Strecke macht Spaß. Es ist eine guter Kurs zum Überholen, mit den langen Geraden und den breiten Einfahrten", erklärte Vettel.

   Die Indien-Premiere ist das drittletzte Rennen der Saison. Sowohl die Einzel- als auch die Team-WM ist bereits zugunsten von Vettel und Red Bull entschieden. Der 24-Jährige liegt in der Gesamtwertung mit 349 Punkten uneinholbar vor McLaren-Pilot Jenson Button (222). Red Bull hat es sich nun zum Ziel gesetzt, Vettels Teamkollegen Mark Webber noch auf Platz zwei zu führen. Der Australier liegt aktuell mit 209 Punkten auf Rang vier.

   "Wenn man Mark helfen kann, wird man da mit Sicherheit drüber nachdenken", sagte selbst Vettel Hilfe zu. Dabei hofft der ehrgeizige Deutsche insgeheim noch darauf, mit drei Siegen den Rekord von 13 Saisonerfolgen seines Landsmanns Michael Schumacher aus dem Jahr 2004 einzustellen. Erst am Donnerstag hatte Vettel seinen Ehrgeiz abseits der Strecke unter Beweis gestellt. Der 24-Jährige trat bei einem Show-Event gegen Motorsport-Direktor Paul Hembery von Reifenlieferant Pirelli in einem Reifenwechsel-Wettbewerb an und gewann souverän.

   Auf der Strecke hat Red Bull zumindest einen Konkurrenten um die Pole Position weniger. Der Trainings-Vierte Hamilton wird im Rennen am Sonntag in der Startformation drei Plätze zurückversetzt. Der McLaren-Pilot ignorierte während des ersten Trainings die doppelt geschwenkte gelbe Flagge, die den Piloten Gefahren auf der Strecke anzeigt. Auch der mexikanische Sauber-Pilot Sergio Perez ignorierte die gelben Flaggen und wurde mit derselben Strafe belegt.