Wurm und Tritscher verpassen Finale

Langlaufsprint

Wurm und Tritscher verpassen Finale

Wurm scheitert im Viertelfinale, Tritscher mit toller Leistung im Halbfinale out.

Langläufer Bernhard Tritscher hat bei seinem Olympiadebüt mit Platz sieben im Skatingsprint für eine positive Überraschung gesorgt. Der Salzburger spielte auf der schweren Strecke in Krasnaja Poljana mit einem langen Anstieg seine Bergqualitäten optimal aus und schrammte als Halbfinal-Dritter nur hauchdünn am Einzug in den Endlauf der besten sechs vorbei.

Norweger räumen ab
Die Goldmedaille ging an den Norweger Ola Vigen Hattestad, bei den Damen gewann seine Landsfrau Maiken Caspersen Falla. Tritscher verpasste den vom Sturz dreier Finalisten geprägten Lauf um die Medaillen nur um 0,21 Sekunden. Als Dritter seines Semifinales fehlten ihm zudem nur 66 Hundertstel auf einen Lucky-Loser-Platz im Finale. "Dass das genau bei Olympia so gut funktioniert, macht mich überglücklich", jubelte der Saalfeldner.

Ärger über verpasstes Finale
Ein wenig ärgerte er sich aber über den knapp nicht erreichten Finaleinzug. "Das war heute die große Chance und ich hätte sie nutzen können, das habe ich gespürt. Aber ich darf mich über den siebenten Platz nicht ärgern, das ist viel mehr, als mir vorgestellt habe", meinte Tritscher, der an der Strecke von seinem Freund Dominik Landertinger angefeuert worden war.

Außerdem habe er es mit keinen "Nasenbohrern" mehr zu tun gehabt, betonte Tritscher. Er ließ nämlich unter anderem den Norweger Petter Northug und den starken Russen Alexej Petjukow hinter sich. Den Finalplatz schnappte ihm Emil Jönsson weg. Der Schwede profitierte im Medaillenlauf dann von einem Sturz dreier vor ihm liegenden Konkurrenten und holte mit großem Rückstand Bronze. Silber hinter Hattestad sicherte sich Jönssons Landsmann Teodor Peterson. Für alle drei war es die erste Olympiamedaille.

Andere Österreicher früh out
Die restlichen Österreicher waren spätestens in der ersten K.o.-Runde ausgeschieden. Routinier Harald Wurm belegte Platz 23. Der Tiroler scheiterte als Fünfter im Viertelfinale und verfehlte damit den angepeilten Top-12-Platz. Er sei das Rennen ein bisschen zu defensiv angegangen, gestand der 29-Jährige. "Im Anstieg hätte ich aggressiver sein sollen, um in der Abfahrt besser dabei zu sein", sagte er. Platz drei und damit ein Lucky-Loser-Rang wäre möglich gewesen, bedauerte der auch schon 2006 in Turin (24.) mitgelaufene Wurm.

Schwere Loipe
Nicht nur im Finale der Herren, auch zuvor hatte es auf der tiefen Loipe etliche Stürze gegeben. So scheiterten die beiden frisch gebackenen Skiathlon-Olympiasieger Dario Cologna und Marit Björgen deshalb vorzeitig. Cologna fiel im Viertelfinale mit Tritscher, das dieser als Zweiter beendete, zweimal ohne "Feindberührung" auf die Nase. Björgen kam in der Vorschlussrunde zu Fall, mit dem Russen Nikita Krijukow scheiterte auch der Titelverteidiger bei den Herren vorzeitig.

Auch schon in der Qualifikation hatte es in der Ausgangskurve einer schnellen Abfahrt mehrmals gekracht. Auch die Oberösterreicherin Nathalie Schwarz war betroffen, blieb aber unverletzt. Mehrere andere Athleten prallten jedoch mit hoher Geschwindigkeit in die Bande und schleppten sich mit Blessuren ins Ziel. Ein Sturzopfer musste sogar mit dem Akja abtransportiert werden.

Schwarz kam wegen des Sturzes nicht über Platz 53 hinaus, sie wäre aber wohl auch ohne das Missgeschick kaum unter die ins Viertelfinale aufgestiegenen Top 30 gekommen. "Die Abfahrt war schwierig. Ich war in der Kurve schnell dran und innen war es eisig. Ich bin leider in den tiefen Schnee gekommen und dann ist es sich nicht mehr ausgegangen", erzählte die 20-Jährige.

Auch Max Hauke (46.) blieb bei wenig überraschend schon in der Qualifikation hängen. Dem Steirer ging auf der Zielgeraden die Kraft aus. "Die letzten 300 m sind lang geworden, ich bin zum Schluss gestanden", meinte Hauke, der aber ohnehin nicht mit dem Aufstieg gerechnet hatte. "Ich bin erst 21, das ist für einen Langläufer noch kein Alter."

Während Hauke, Schwarz und Wurm in dieser Woche noch weitere Einsätze haben, reist Tritscher am Donnerstag für eine Woche in die Heimat. Dort will er sich mit Johannes Dürr auf den abschließenden Skating-Marathon vorbereiten.