Österreich hat bei den Olympischen Spielen 2026 erstmals Edelmetall geholt. Beim Snowboard-Parallel-Slalom holte Benjamin Karl sensationell Gold, Sabine Payer carvte zu Silber.
Österreichs Snowboarder haben am Sonntag bei den 25. Olympischen Winterspielen in Livigno groß zugeschlagen. Sie holten die ersten beiden Medaillen für das ÖOC-Team. Benjamin Karl sorgte sensationell wie schon 2022 für Olympia-Gold im Parallel-Riesentorlauf und kürte sich endgültig zu einer österreichischen Sport-Ikone. Zuvor hatte die Kärntnerin Sabine Payer ihren "Olympiafluch" besiegt. Sie krönte ihre Karriere mit Silber und verlor erst im Finale gegen Zuzana Maderova.
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Benjamin Karl, der schon vor den Spielen über einen kompletten olympischen Medaillensatz verfügt hatte, rang im Finale den Südkoreaner Kim Sang-kyum um 0,19 Sekunden nieder, war zuvor noch zurückgelegen. Nach Silber 2010, Bronze 2014 und Gold 2022 triumphierte der fünffache Weltmeister neuerlich im Zeichen der Fünf Ringe.
Sabine Payer besiegte Ledecka
Payer ebnete sich im Viertelfinale den Weg zur Medaille: Sie besiegte die tschechische Favoritin Ester Ledecka um sechs Hundertstel und danach auch im Halbfinale die spätere Bronzegewinnerin Lucia Dalmasso aus Italien. Im großen Finale musste sich die 33-jährige Kärntnerin dann aber mit Zuzana Maderova Ledeckas Landsfrau nach mehreren Fehlern um 0,83 Sekunden geschlagen geben.
Karl hatte sich im Halbfinale in einer Wiederholung des großen Olympia-Finales von 2022 wieder gegen den Slowenen Tim Mastnak um 0,24 Sekunden durchgesetzt. Zuvor hatte er sich im spannenden Achtelfinale gegen den starken Italiener Maurizio Bormolini hauchdünn um 3 Hundertstel durchgesetzt und ein Österreicher-Duell mit Andreas Prommegger fixiert. Letzterer setzte sich zuvor im Achtelfinale gegen den Südkoreaner Lee Sangho um 0,17 Sekunden durch. Im Viertelfinalduell mit Karl musste sich Prommegger bei seinen sechsten Olympischen Spielen um 0,12 Sekunden geschlagen geben, damit bleibt er ohne Olympia-Edelmetall.
Ebenfalls bis ins Achtelfinale vorgestoßen war Claudia Riegler. Die 52-Jährige war dann allerdings gegen die tschechische Olympiasiegerin Ester Ledecka chancenlos.
ÖSV-Trio schied schon in Qualifikation aus
Bereits in der Qualifikation mit zwei Zeitläufen hatten sich drei Österreicher verabschieden müssen. Darunter auch Fabian Obmann, der sich nach zuletzt drei Podestplätzen Medaillenchancen ausgerechnet hatte. "Es ist ein selektiver Hang mit einigen Kuppen, wir haben das nie trainiert", sagte Obmann. Er verlor durch einen schweren Fehler über eine solche Kuppe vor dem Flachstück bereits im ersten Lauf 1,90 Sek. auf die Schnellsten. "Ich weiß, dass ich den Speed für die Medaillen gehabt hätte. Es tut extrem weh, wenn es vor dem eigentlichen Rennen endet", sagte der Kärntner, der am Ende nur 20. wurde. "Ich bin mit vollem Selbstvertrauen gestartet. Es tut mir leid, dass mir meine Familie und Freunde nicht länger zuschauen konnten."
Das Aus kam auch für Alexander Payer (17.), der danach seiner Frau Sabine die Daumen drückte. "Ob du 15. oder 17. bei Olympia wirst, ist auch schon wurscht. Was mich eher wundert, ist der Zeitrückstand auf die Italiener. Ich wüsste auch nicht, wie ich die 2,50 schneller fahren sollte - null Idee." Ein Materialthema könne es nicht sein. "Ein Wunderboard können sie nicht haben, weil ich fahre das Gleiche wie der Aaron. Sie sind in einer Überform und treffen es auch brutal gut." Im Achtelfinale zuschauen musste auch Martina Ankele (23.).