Dominic Thiem

Nach turbulentem Flug

Thiem nach Acapulco-Sieg auf Heimatbesuch

Der Weltranglisten-14. reist am Mittwoch zum Davis-Cup-Team.

Nach den turbulenten Wochen in Lateinamerika, den Turniersiegen in Buenos Aires und Acapulco sowie einem Semifinale in Rio de Janeiro, ist Tennis-Star Dominic Thiem Montagabend in Wien angekommen. Keinesfalls ruhig war der Flug des Niederösterreichers, bis zu zwei Stunden lange Turbulenzen musste Thiem durchleben.

Turbulente Zeiten

Viel geschlafen hatte er seit seinem bisher größten Erfolg in Acapulco auch vorher nicht. "Die Nacht nach dem Match, das ganze Adrenalin, da war es schwer zu schlafen. Und der Flug war ziemlich turbulent. Die Crew hat gesagt, dass das sehr selten ist", konstatierte Thiem am Montagabend bei einer Pressekonferenz, die passend zu seinem Triumph in einem mexikanischen Restaurant im zweiten Wiener Bezirk abgehalten wurde.

Heimaturlaub vor Davis Cup

Ehe er am Mittwoch zur nächsten Aufgabe, dem Davis Cup in Guimaraes, nach Portugal weiterreist, gönnt sich der Schützling von Günter Bresnik ein paar Stunden in der Heimat. "Wäsche tauschen, wieder mal etwas österreichische Kost essen und dann die Sachen für Portugal packen", stand für Thiem auf dem Programm. Und natürlich ein bisschen durchatmen und regenerieren. Und gleich nach dem Davis Cup geht es für Thiem ja schon wieder in die USA, zu den Masters-1000-Turnieren nach Indian Wells und Miami.

Im Flugzeug habe er nicht viel über das Erreichte nachdenken können. "Nein ich war zu angespannt wegen den Turbulenzen", meinte Thiem lachend. "Natürlich war so ein langer Flug angenehm, da hat man ein bisschen Ruhe. Es waren extrem viele Matches, und ich bin jeden Tag sehr spät schlafen gegangen, der Rhythmus war ein bisschen anders als sonst."

Bilanz verbessern

Der Davis Cup werde in seiner Karriereplanung auch in der Zukunft durchaus eine Rolle spielen, doch über Portugal hinaus wollte er vorerst nicht denken. "Jetzt denke ich an Portugal und möchte auf jeden Fall meine ersten Matches für Österreich gewinnen. Ich ärgere mich, dass ich bis jetzt eine 0:4-Bilanz habe, und die möchte ich in Portugal auf jeden Fall ausmerzen."

Gegen Gastao Elias hatte Thiem in der zweiten Runde von Buenos Aires einen Matchball abwehren müssen, und die portugiesische Nummer eins, Joao Sousa, ist ohnehin als gefährlicher Spieler bekannt. "Gegen Elias wird es in der Halle auf Hartplatz sicher ganz anders werden als draußen auf Sand, und Sousa ist ein sehr guter Spieler", sagte Thiem, der die Auslosung abwarten wollte und erst darüber aufgeklärt werden musste, dass er am Freitag fix gegen die Nummer zwei des Gegners, eben Elias, spielt. Bei der Auslosung wird ja nur die Reihenfolge ermittelt.

Die Umstellung auf die Verhältnisse in Guimaraes wird sehr kurzfristig erfolgen, besonders viel Training wird da nicht mehr vonnöten sein. "Ich werde mich auf den Platz einstellen, aber ich habe jetzt eh viele Matches gespielt und dadurch, dass ich gewonnen habe, ist es um vieles einfacher."

Gratulation vom FC Chelsea

Die internationalen Reaktionen auf seine Erfolge sind an Thiem nicht vorübergegangen. Besonders gefreut hat Thiem, dass sein Lieblings-Klub Chelsea dem Aufsteiger auf der offiziellen Website zu seinem Erfolg gratuliert hat. "Das mit dem FC Chelsea war ein Riesenhighlight für mich, da habe ich mich gefreut wie ein kleines Kind", gestand Thiem.

Nach Adidas-Schuh, jetzt Thiem-Schläger?

Die Tatsache, dass adidas einen Schuh nach ihm benannt hat und auch seine Schlägerfirma Babolat überlegt, Thiems Schläger stärker mit dem Österreicher zu bewerben, freut Thiem. "adidas war so ein Kindheitstraum für mich. Der Traum ist für mich in Erfüllung gegangen, als sie mich gefragt haben vor fünf Jahren. Ich bin froh, dass ich ein bisschen etwas von dem Vertrauen, dass mir damals gegeben wurde, zurückzahlen kann." Und auch der Schlägerwechsel im Vorjahr zu Babolat habe sich ausgezahlt.
 
Das Sponsoreninteresse ist in den vergangenen Wochen freilich weiter gestiegen. "Dominic ist mit adidas, Babolat, der Firma simacek und Kia schon relativ gut versorgt, da ist gar nicht mehr viel Platz", sagte Manager Günter Bresnik, zumal mit Sponsoren auch Zeit erfordernde Verpflichtungen dazukommen. "Momentan ist es für die Sponsoren auch teurer, weil Dominic auf dem Sprung in die ersten Zehn ist. Für Dominic und mich ist das ein schönes Problem."

Den dritten Platz im Race 2016 will Thiem nicht überbewerten. "Es ist eine schöne Momentaufnahme, aber es ist erst Ende Februar."

Nicht im Olympia-Fieber
In Sachen Olympia ist Thiem nach wie vor nicht gerade Feuer und Flamme für ein Antreten, selbst eine Olympiamedaille reizt ihn gar nicht besonders. "Ich weiß es nicht, das wird sich noch entscheiden", meinte Thiem, dem auch seine aktuellen Erfolge in Südamerika diesbezüglich nicht beeinflussen. Ich würde sogar sagen, ein ATP-500er-Titel bedeutet mir mehr als eine Olympiamedaille."