Gröden: Abfahrts-Debakel für ÖSV-Herren

Nyman sorgt für Sensation

Gröden: Abfahrts-Debakel für ÖSV-Herren

Auf verkürzter Strecke wird Joachim Puchner als 13. bester Österreicher.

Erst hieß es warten, warten, warten, und dann überschlugen sich die Ereignisse. Mit zweistündiger Verspätung ging es auf der verkürzten Abfahrt in Gröden los. Nebel und Schneefall hatten immer wieder für Verschiebungen gesorgt. Als Erster brannte Jansrud die schnellste Zeit in den weichen Schnee. Der Norweger knöpfte seinem Teamkollegen und Speed-Dominator Svindal fünf Hundertstel ab. Nur die erste Überraschung an diesem verrückten Renntag.

Dann das Österreicher-Paket mit Kröll, Baumann und Reichelt. Schaffen sie es endlich aus dem Speed-Schlamassel? Die Wartezeit hatten sie im Restaurant mit Kartenspielen überbrückt. Ihr Poker ging im Rennen nicht wirklich auf. Kröll, unsere größte Hoffnung, lag bei den Kamelbuckeln schon 0,26 Sekunden zurück. Im Ziel waren es über eine Sekunde. Da konnte selbst Kröll nur noch den Kopf schütteln.

Zuvor hatten es Puchner und Streitberger versucht. Überzeugen konnte sie nicht. Puchner reihte sich am Ende vor Streitberger auf Platz 13 ein. Das nächste Debakel war perfekt: Kein einziger ÖSV-Läufer unter den Top Ten. So schlecht waren wir das letzte Mal vor 14 Jahren! Bei den Speed-Herren ist jetzt endgültig Feuer am Dach.

Evers-Schützling Nyman überrascht alle
Während sie über die Gründe grübelten, überstürzten sich in Gröden die Ereignisse. Erik Guay übernahm die Führung und gab bereits Siegerinterviews. Dann kippte ihn der Slowene Rok Perko vom obersten Podest. Doch das war es noch immer nicht.

Mit Startnummer 39 raste US-Boy Nyman zur Bestzeit – und gewinnt das kuriose Rennen. Was für ein Comeback für ihn. Er hatte wegen einer Achillessehnenverletzung die gesamte letzte Saison pausiert. Pikant: Nyman wird von Ex-ÖSV-Coach Andreas Evers trainiert. Gegen ihn läuft in Österreich ein Verfahren wegen Geldwäsche.

 

Ergebnis der Gröden-Abfahrt

1. Steven Nyman (39) USA 01:28.82
2. Rok Perko (35) SLO +00.19
3. Erik Guay (20) CAN +00.24
4. Kjetil Jansrud (12) NOR +00.40
5. Aksel Svindal (16) NOR +00.45
6. Werner Heel (52) ITA +00.50
7. Manuel Osborne-Paradis (38) CAN +00.54
8. Marvin Van Heek (53) NED +00.59
9. Silvano Varettoni (51) ITA +00.68
10. Travis Ganong (27) USA +00.73
10. Brice Roger (46) FRA +00.73
12. Johan Clarey (21) FRA +00.75
13. Joachim Puchner (15) AUT +00.80
14. Georg Streitberger (24) AUT +00.83
15. Dominik Paris (9) ITA +00.85