ÖSV-Abfahrer zum Start unter Druck

Wintersport

ÖSV-Abfahrer zum Start unter Druck

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Unter Top-Bedingungen holt sich Speed-Gruppe in Vail den letzten Schliff.

Vor einem Jahr wurde die Abfahrts-Trainingsgruppe von Herrenchef Mathias Berthold (46) neu installiert und fuhr in der Saison 2010/11 immerhin vier Siege ein – drei davon gingen auf das Konto von Michael Walchhofer. Der Weltmeister von 2003 hat jahrelang viel Druck von der Mannschaft genommen – da stand unser Team sogar den Horrorsturz von Hans Grugger in Kitzbühel mental durch.

Doch heuer ist alles anders. Walchhofer hat seine Karriere beendet, Evers weiß aber: „Die Erwartungen werden gleich hoch bleiben. Die Abfahrer stehen immer in der Auslage, das war schon immer so.“ Fast neidisch blickt Evers zu den Riesentorläufern: „Wenn es für die nicht läuft, fällt es nicht großartig auf. Wenn wir ein paar Rennen einem Sieg hinterherfahren, ist gleich von einer Krise die Rede …“

Und wer soll nun in die Fußstapfen von Walchhofer, der es immerhin auf 14 Weltcup-Siege in der Abfahrt und drei gewonnene Super-Gs brachte, treten? Evers: „Von den Arrivierten ist Klaus Kröll (Lauberhorn-Sieger 2011, d. Red.) am stärksten. Aber auch Streitberger und Scheiber haben sich von ihren Verletzungen erfangen – auch sie können vorn mitfahren.“ Außerdem muss Evers auf die Allrounder schauen.

So wechselte Romed Baumann (25), Gesamtweltcup-Siebenter 2010/11, im Sommer in Evers’ Speed-Gruppe.

Raich weiß: In Lake Louise ist wieder alles möglich
In Colorado trainiert jetzt auch Benni Raich mit den Abfahrern. Den 33-jährigen Gesamtweltcupsieger 2005/06 hat nach dem Kreuzbandriss im Februar wieder der Ehrgeiz gepackt. Sein Lake-Louise-Geheimplan: Ab Dienstag wird er die Abfahrts-Trainingsläufe bestreiten (und abtesten, ob er die Verletzungspause für die Verbesserung von Feinheiten genützt hat) und am Samstag (26. 11.) im Super-G angreifen. Lake Louise ist für ihn der perfekte Speed-Boden: Dort war er schon drei Mal Zweiter im Super-G.

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