Gesundheitsrisiko

Forscher überrascht: So gefährlich ist Fußballschauen wirklich

Spannende Fußballspiele sind nichts für schwache Nerven. Nun zeigt eine Studie, dass dies auch für Menschen mit schwachen Herzen gilt.

Fußball ist weltweit die beliebteste Sportart. Der Sport lockt regelmäßig Millionen Fans ins Stadion oder vor die TV-Geräte. Doch das reine Zuschauen birgt für Fans unerwartete gesundheitliche Risiken.

Wissenschaftler haben die Herzfrequenz von Fans während Spielen unter die Lupe genommen und festgestellt, dass die körperliche Belastung durch Stress und Emotionen zum Teil deutlich höher ausfällt als bisher angenommen.

Mehr Patienten im Krankenhaus

2021 erschien im Fachjournal "Scientific Reports" eine Studie, welche die Gesundheit von Fußballfans während eines großen Turniers untersucht hat. Laut ihnen können intensive Emotionen und akuter Stress das Herzinfarktrisiko erhöhen.

Sie schauten sich die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen Herzinfarkten während der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2014 an. Diese verglichen die Forscher mit dem vorherigen und darauffolgenden Jahr. Sie stellten fest, dass 2014 3,7 Prozent mehr Patienten eingeliefert wurden als im Jahr 2015 und 2,1 Prozent mehr als 2013.

Finale besonders davon betroffen

Besonders am Finaltag stieg die Zahl. Während des Spiels Deutschland gegen Argentinien hat die Sterblichkeit unter Herzinfarktpatienten im Krankenhaus ihren Höchstwert erreicht. Die Daten deuten darauf hin, dass extreme emotionale Belastungen einen messbaren Einfluss auf die Herzgesundheit haben können.

Im Fachjournal "Scientific Reports" wurde nun eine weitere Studie veröffentlicht. Dabei zeigen die Forscher, dass es einen messbaren Unterschied gibt, ob das Spiel im Stadion oder vor dem TV geschaut wird.

Spielverläufe in Messdaten klar erkennbar 

Die Wissenschaftler der Universität Bielefeld und des Helmholtz-Zentrum München dokumentierten über einen Zeitraum von 12 Wochen rund um das DFB-Pokalfinale die Herzfrequenz von 229 Arminia-Bielefeld-Fans. Die Daten wurden mithilfe von Smartwatches erfasst.

Dabei hatten Stadionbesucher im Durchschnitt 94 Herzschläge pro Minute als Höchstwert. Vor dem Fernseher erreichten die Fans durchschnittlich 79 Schläge und beim Public Viewing einen Wert von 74. Vor allem reagierte das Herz auf Tore. Im Stadion stieg die Herzfrequenz um bis zu 36 Prozent.

Auch ohne Partien war der Samstag der stressigste Tag. Bei besonderen Spielen sprangen die Messwerte ebenfalls in die Höhe. Gegenüber der "Süddeutsche Zeitung" erklärte die Datenexpertin Christiane Fuchs: "Wir hatten nicht gedacht, dass wir den Spielverlauf so deutlich in den Daten sehen können."

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