Kraft baut Tournee-Führung aus

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Kraft baut Tournee-Führung aus

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Hayböck stellt am Bergisel neuen Schanzenrekord auf, Freitag gewinnt.

Die österreichischen Skispringer haben sich die Tournee-Doppelführung mit abwechselnden Schanzenrekorden am Bergisel zurückgeholt. Stefan Kraft musste sich am Sonntag in Innsbruck nur dem Deutschen Richard Freitag geschlagen geben, baute seinen Vorsprung im Gesamtklassement aber deutlich aus. Der sechstplatzierte Michael Hayböck zog unterdessen wieder an Peter Prevc (11.) vorbei.

Kraft nimmt 23,1 Punkte Vorsprung mit in den Schlussbewerb am Dienstag auf seiner Lieblingsschanze in Bischofshofen, auf Prevc sind es bereits 29,4. Oberstdorf-Sieger Kraft war nach Durchgang eins dank des Schanzenrekordes von 137,0 Metern - aber ohne Telemark - ex-aequo mit Freitag deutlich vorne gelegen. "Das war ein gewaltiger Sprung. Ich war doch nervös und habe versucht, es trotzdem zu genießen, das war mein irrster überhaupt", meinte Kraft, der die 13 Jahre alte Bestmarke von Sven Hannawald um 2,5 m verbessert hatte.

Stand im Gesamtweltcup

Im Finale legte der 21-Jährige bei schwierigen Verhältnissen 127,0 m hin, womit er Freitag (132,0) - der vor 22.500 Fans für den ersten deutschen Tournee-Tageserfolg seit Sven Hannawald 2002 in Oberstdorf sorgte - aber nicht mehr abfangen konnte. Das trübte die Freude des Salzburgers aber nur wenig. "Mit Platz zwei am Bergisel geht ein Kindheitstraum in Erfüllung. Das war wieder in megageiler Tag, fast gleich schön wie in Oberstdorf", sagte Kraft. Trotz des großen Gesamtvorsprunges sei noch nichts entschieden. "Das ist noch nicht der Tourneesieg, das werden wir in Bischofshofen sehen."

Ex-aequo Dritte am Bergisel wurden die Routiniers Simon Ammann (SUI) und Noriaki Kasai (JPN/jetzt Gesamt-4.). Dahinter landeten Gregor Schlierenzauer und Hayböck. Der Oberösterreicher überbot die Kraft-Traummarke im Finale mit 138,0 Metern sogar noch einmal. In der Ausfahrt griff er zwar in den Schnee, als Rekord anerkannt wurde der famose Flug aber trotzdem.

"Das war brenzlig, ehrlich gesagt, aber es war eine geniale Erfahrung", meinte Hayböck. Kritik an der Jury wollte er angesichts der ständig wechselnden Windverhältnisse aber keine üben. Er habe seinem Kumpel Kraft noch in der Pause gesagt, dass die 137,0 m "für die Ewigkeit" seien, so Hayböck. An den Gesamtsieg will er nicht mehr so recht glauben. "23 Punkte sind nicht aufholbar, außer es passiert etwas Außergewöhnliches."

Angesichts der Doppelführung mit großem Vorsprung sind die Chancen auf den siebenten ÖSV-Tourneetitel in Serie freilich bestens. "Wir können immer noch im Duo marschieren und können voll Gas geben", stellte Kraft klar. ÖSV-Cheftrainer Heinz Kuttin war "sehr stolz" auf seine Asse. "Die Jungs machen einen super Job", lobte Kuttin. Über eine mögliche Vorentscheidung zugunsten seiner Truppe denke er derzeit aber nicht nach.

Der zuvor zweimal drittplatzierte Prevc vermied mit einer Steigerung im Finaldurchgang bei günstigeren Bedingungen noch Schlimmeres. "Ich glaube, dass Kraft derzeit definitiv zu stark ist, aber ich werde weiterkämpfen", bekräftigte der Slowene, der mehr als 20 Zähler auf Kraft verlor.

Der bisherige Gesamt-Sechste Andreas Kofler verpasste indes als 43. sogar den zweiten Durchgang, wodurch er aus dem Rennen um ein Spitzenplatz im Gesamtklassement ist. "Das ist natürlich sehr schade und tut mir wirklich weh", sagte der Innsbruck-Sieger von 2012 nach der "bitteren Pille" vor heimischer Kulisse.

Für den derzeitigen Siebenten Schlierenzauer ist ein Spitzenergebnis hingegen noch in Reichweite. "Die Leistung war in Ordnung. Der Weg stimmt, ich bin zwei Punkte hinter dem Podest, es ist alles im grünen Bereich", erklärte der zweifache Tournee- und Innsbruck-Sieger.

Stand in der Tournee-Gesamtwertung

© Reuters
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