Schild auch in Zagreb eine Klasse für sich

5. Sieg

Schild auch in Zagreb eine Klasse für sich

Die Slalom-Queen gewinnt deutlich vor Tina Maze und Michaela Kirchgasser.

Das neue Jahr begann wie das alte endete. 15.000 Fans vor den Toren der 600.000-Einwohner-Metropole in Kroatien feiern unsere Schneekönigin. Unglaublich, mit welcher Überlegenheit die 30-jährige Salzburgerin auf der durch Plusgrade aufgeweichten Piste zum 35. Weltcupsieg carvte. 1,40 Sekunden Vorsprung auf Tina Maze. Wahnsinn! Michi Kirchgasser fuhr als Dritte erstmals in ihrer Karriere aufs Slalom-Podest. Kathrin Zettel, zuvor in dieser Saison nie schlechter als Fünfte, flog im zweiten Lauf ebenso wie Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch raus.

Erstmals feierte Schild vier Siege an einem Schauplatz
Aber die Schild-Show unter Flutlicht überstrahlte wieder einmal alles. Eine Serie, die uns langsam unheimlich wird: Mit ihrem fünften Sieg in Serie hält Schild bei 33 Slalom-Erfolgen. Nur mehr zwei Siege fehlen ihr auf den Rekord der Schweizerin Vreni Schneider.

Der vierte Schild-Sieg am Sljeme bedeutet nicht nur Zagreb-Rekord: Zum ersten Mal hat Schild an einem Austragungsort zum vierten Mal gewonnen.

Mit 42.000 Euro Preisgeld, dem höchsten, das es bei den Damen in dieser Saison zu verdienen gibt, stockte Marlies ihr Gagenkonto auf 170.000 Euro auf.

Die Basis für ihren Sieg hatte Schild im von ihrem Trainer Stefan Bürgler gesetzten ersten Durchgang gelegt. Oben fuhr die Weltmeisterin sensationell. „Das war wahrscheinlich das Beste, was wir in dieser Saison von Marlies gesehen haben“, schwärmte ORF-Experte Thomas Sykora. Doch dann ein Fehler im flachen Mittelteil. Schild: „Dann hab ich noch einmal Gas gegeben und bin unten zu direkt auf die Haarnadel zugefahren.“

Trotzdem hatte Schild zu Halbzeit sensationelle neun Zehntel Vorsprung auf die Zweitplatzierte Tina Maze herausgefahren. Die Slowenin, die es im März 2011 beim Weltcupfinale in Lenzerheide als Letzte geschafft hat, Schild im Slalom zu bezwingen, hielt den Rückstand als Einzige unter einer Sekunde.

Die Halbeit-Dritte Kirchgasser war schon 1,32 Sekunden hinten und meinte: „Nur wenn ich es schaffe, einen Lauf ohne Fehler runter zu bringen, kann ich in die Nähe von Marlies kommen.“ Schild über ihre Überlegenheit: „Mein Schwung passt, das Skifahren macht mir einfach Spaß. Und den Druck, den ich mir zum Teil auch selber mache, kann ich gut wegstecken.“