Andreas Puelacher

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Fix: Puelacher bestätigt ÖSV-Rücktritt

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Turbulente Woche für den ÖSV! Nun verkündet auch Herren-Trainer Andreas Puelacher seinen Rücktritt.

Im Österreichischen Skiverband rumort es gewaltig. Besonders im Lager der Alpinen scheint im Moment kein Stein auf dem anderen zu bleiben. Am Samstag gab jetzt Herren-Cheftrainer Andreas Puelacher sein Aus im ÖSV nach Saisonende bekannt. "Ich wollte es eigentlich ruhig beim Weltcupfinale kundtun, aber die Ereignisse sind ein wenig explodiert", erklärte der 57-Jährige und reagierte damit auf dementsprechende Gerüchte der letzten Stunden und Tage. Schon bei Olympia habe der seit acht Jahren im Amt befindliche Tiroler über diesen Schritt nachgedacht. "Letzten Donnerstag hatte ich jetzt einen Termin mit Toni (ÖSV-Sportdirektor Giger, Anm.) in Innsbruck. Wir hatten ein sehr gutes Gespräch mit reichlich Diskussionsstoff", sagte Puelacher. Im Anschluss teilte er Giger seinen endgültigen Entschluss mit. "Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen." Sein Vertrag läuft Ende März aus, Angebote für eine Verlängerung hätte es aber "von allen Seiten" gegeben, sagte Puelacher und nannte etwa Giger und ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober.

Harte Diskussionen nicht als Rücktrittsgrund

Der Diskussionsstoff sei aber nicht als Unstimmigkeit zu deuten, die ihn zum Aufhören bewegt habe. "Es gibt immer wieder Diskussionen, um Aufstellungen, welchen Weg man einschlagen will. Auch harte Diskussionen, aber immer fair", stellte Puelacher klar. Auch ausgebrannt fühlt er sich nicht. Vielmehr wolle er mit seinem Rücktritt dafür sorgen, den sportlichen Erfolg sicherzustellen. Für die Mannschaft sei es gut, "wenn neuer Wind kommt". Mit Matthias Mayer verbinden ihn etwa "elf, zwölf Jahre. Meine Überlegung war, dass jetzt nur ein neuer Mann für den nächsten Schritt bei ihm und den anderen sorgen kann." Nun sei der richtige Zeitpunkt gekommen. "Man muss auch langfristig denken. In drei Jahren haben wir eine Heim-WM, in vier Jahren wieder Olympia ..."

Vonseiten des Varbands gab es nur Lob für den scheidenden Coach. "Danke für acht erfolgreiche Jahre", sagte ÖSV-Generalsekretär Christian Scherer. "Andi ist einer unserer erfolgreichsten Trainer in der Geschichte und überall sehr geschätzt. Wir werden uns bemühen, eine solche Persönlichkeit in unsere Reihen zu halten." Puelacher: "Wenn ich ein Angebot bekomme, um dem Skiverband weiterzuentwickeln, höre ich mir das an." Nur eines komme nicht infrage: "Meins ist die Arbeit mit Athleten. Im Büro sitzen und Excel-Tabellen erstellen, werde ich sicher nicht", lachte er. 

Mitter nach Rücktritt vor Engagement bei Shiffrin? 

Mit Patrick Riml soll bereits ein Nachfolger für den Herren-Cheftrainerposten parat stehen. Dieser ist derzeit als Leiter Leistungssport alpin tätig. „Patrick Riml ist immer ein Kandidat“, sagte Stadlober in einem ORF-Interview. „Man muss halt schauen, wo er seine Stärken hat, wo er einsetzbar ist. Dass wir ihn halten wollen ist auch gewiss, aber wo, das ist noch offen." Riml würde jedenfalls eine intaktes Team übernehmen. "Ich hinterlasse keinen Scherbenhaufen. Die Mannschaft steht kompakt und gut da. Das macht mich stolz", sagte Puelacher.

Weitere weitreichende Umstrukturierungen im Alpinbereich des ÖSV wurden auch schon Mitte der Woche bekanntgegeben. Am Donnerstag gab Damen-Cheftrainer Christian Mitter seinen Rücktritt nach Ende dieser Saison bekannt. „Er hat gesagt, dass er internationale Angebote hat“, verriet Stadlober nun. Aber welche, das wisse sie nicht. Gerüchten zufolge steht Mitter vor einem Engagement bei US-Superstar Mikaela Shiffrin. Am Mittwoch gab der ÖSV am Mittwoch die Rückkehr von Herbert Mandl bekannt. Der frühere Langzeit-Damen-Coach wird ab 1. Mai die Gesamtverantwortung im Alpin-Bereich übernehmen wird. Also etwa jene Position, die aktuell in etwa Riml innehat. 

Mandl will ›notwendige Strukturen vorantreiben‹ 

„Jetzt geht es darum, die notwendigen Strukturen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung im Alpin-Bereich voranzutreiben und damit die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft zu schaffen“, tritt Mandl schon jetzt mächtig aufs Gas. Nach einer Klausur des ÖSV Anfang April sollen allfällige Ergebnisse frühestens Mitte April der Öffentlichkeit präsentiert werden. Von Pressechef Stefan Illek soll sich der Verband bereits getrennt haben.

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