Kraft Hayböck

skispringen

Kraft & Hayböck: Das planen Super-Adler

Artikel teilen

ÖSV-Duo hebt wieder ab und verfolgt große Ziele. Der große Doppel-Talk.

Am Freitag startet im finnischen Kuusamo (17 Uhr im oe24-LIVE-TICKER) die neue Skisprung-Saison. Stefan Kraft und Michael Hayböck wollen gleich im ersten Bewerb ein Ausrufezeichen setzen. Bevor es losgeht, plaudern die beiden im ÖSTERREICH-Doppelinterview über Ziele und die neue Herausforderung.

ÖSTERREICH: Wie groß ist Eure Vorfreude, dass es endlich losgeht?

MICHAEL HAYBÖCK:
Die Vorfreude ist riesengroß. Jetzt können wir beide wieder das tun, was wir am liebsten machen - und das ist Skispringen.

STEFAN KRAFT:
Wie Michi schon gesagt hat, wir können es kaum erwarten. Die Bedingungen in Skandinavien sind immer super und die Schanzen in großartigem Zustand. Hier oben ist auch schon richtig Winter, da fühlt man sich gleich voll in der Saison.

ÖSTERREICH: Wie zufrieden seid Ihr mit der Vorbereitung? Worauf habt Ihr Euer Hauptaugenmerk gelegt?

HAYBÖCK: Wir waren heuer um einiges mehr mit den Trainingsgruppen unterwegs, und die Stimmung im Team ist richtig gut. Zum Glück bin ich von Wehwehchen verschont geblieben und deshalb auch fit für die Saison.

KRAFT: Auch ich bin sehr zufrieden mit der Vorbereitung. Die Trainingskurse waren sehr intensiv und haben mir richtig getaugt. Es sind jetzt einige junge, sehr motivierte Springer mit von der Partie. Es ist für uns richtig cool, dass wir etwas weitergeben und uns pushen können.

ÖSTERREICH: Michi, Du hast drei Deiner vier Weltcupsiege in Finnland gefeiert - ist das Zufall, oder fühlst Du dich in Finnland so wohl?

HAYBÖCK: Ich reise immer sehr gerne nach Finnland. Ich mag das Flair hier, die Schanzen und das ganze Drumherum. Allerdings kann ich mir davon nichts kaufen, dass ich dort letztes Jahr dreimal gewonnen habe. Es muss heuer wieder alles stimmen, damit ich vorne mit dabei sein kann. Ich muss hart und demütig weiterarbeiten, dann ist viel möglich.

ÖSTERREICH: Was sind Eure Ziele in der heurigen Saison? Mit der Vierschanzentournee und der WM in Lahti stehen ja bekanntlich wieder zwei große Highlights an.

HAYBÖCK: Natürlich ist ein WM-Titel etwas sehr, sehr Spezielles. Aber die Vierschanzentournee zu gewinnen ist ganz besonders. Der Mythos Tournee zieht einen jedes Jahr wieder in seinen Bann. Das letzte Springen auf meiner Lieblingsschanze in Bischofshofen, dort zu gewinnen - Gänsehaut ...

KRAFT: Ich hatte ja das Glück, die Tournee schon einmal zu gewinnen. Und wenn ich daran zurückdenke, dann ist das ein wunderschönes Gefühl. Die heimischen Fans, die einem zujubeln, das Ambiente - die Tournee ist einzigartig. Dort bin ich einfach am meisten stolz, für mein Land an den Start zu gehen. Der Gesamtweltcup ist natürlich am schwierigsten, weil da über die ganze Saison einfach alles passen muss. Die Konkurrenz ist heuer auch wieder sehr stark, und es wird nicht einfacher. WM-Gold? Ich würde schon ein Platzerl daheim für die Medaille finden.

© GEPA
ÖSV Skispringer

(c) GEPA

ÖSTERREICH: Ihr seid die Zugpferde im österreichischen Skisprung-Zirkus. Wie geht Ihr mit dieser Situation um - verspürt ihr mehr Druck? Hilft es da, zu zweit zu sein, um einander gegenseitig Druck zu nehmen?

HAYBÖCK: Logisch nehmen wir diese Leader-Rollen an. Das ist auch völlig okay, wir sind ja zu zweit, und, wie du sagst, das hilft uns schon sehr. Wir kennen einander sehr gut und wissen, worauf es ankommt. Gut weiterarbeiten, auch mit den sehr guten jungen Kollegen, die nachkommen, dann ist viel möglich. Und auf eines können wir uns verlassen: auf den Spirit im Team. Wir können mit Druck umgehen, wir haben uns dahin gehend auch mit unserem systemischen Coach Patrick Murnig vorbereitet und sind in jeglicher Hinsicht gerüstet für die Saison.

KRAFT: Wir nehmen diese Rollen auf jeden Fall an. Und zu zweit ist vieles einfacher. Michi und ich sind die letzten zwei Jahre schon bei den großen Ereignissen vorneweg marschiert. Wir sind aber eine coole junge Truppe, und der Teamspirit ist richtig lässig. Wir arbeiten seit Jahren, um genau mit solchen Situationen gut umgehen zu können.

ÖSTERREICH: Auch privat schwebt Ihr auf Wolke sieben. Wenn ich mich richtig informiert habe, seid Ihr bereits mit euren Freundinnen zusammengezogen. Wann läuten die Hochzeitsglocken?

HAYBÖCK: Ja, ich habe mit Claudia vor Kurzem eine eigene Wohnung bezogen, in der es uns sehr gefällt. Über die Hochzeitsglocken haben wir uns bis jetzt noch keine Gedanken gemacht, das hat ja auch noch ein bisschen Zeit. Wir wissen auf jeden Fall, dass unsere Freundinnen bei der Tournee im Zielraum stehen und uns anfeuern werden. Ob es auch noch bei dem einen oder anderen Springen der Fall sein wird, kann ich nicht sagen.

KRAFT: Marisa und ich haben, wie Michi inzwischen auch, eine eigene Wohnung gefunden. Nur sind wir dort noch nicht eingezogen. Auch ich habe mir in Sachen Hochzeit noch keine großen Gedanken gemacht, aber es wird eh der Michi zuerst heiraten, er ist ja schließlich der Ältere von uns beiden. Dann schau ich mir alles von ihm ab, wie das so funktioniert. Unsere Mädels werden bestimmt bei der Tournee dabei sein, darauf freue ich mich jetzt schon. Alles Weitere ist ja oft durch die großen Distanzen nicht wirklich so einfach, aber schauen wir einmal, was sich alles so ergibt.

Philipp Scheichl

OE24 Logo