Zauchensee: Lizzy Görgl gewinnt Abfahrt

wintersport

Zauchensee: Lizzy Görgl gewinnt Abfahrt

Artikel teilen

Görgl siegt vor Fenninger - Topergebnis für ÖSV-Athletinnen

Elisabeth Görgl und Anna Fenninger haben Samstag in Zauchensee den ersten ÖSV-Doppelsieg in der Abfahrt seit 14. März 2007 perfekt gemacht. Gleichzeitig war es der erste Erfolg einer Österreicherin in dieser Disziplin seit Görgl vor zwei Jahren in Bad Kleinkirchheim. Die starke Leistung des Teams von Cheftrainer Jürgen Kriechbaum komplettierten Nicole Hosp als Fünfte und Regina Sterz als Zehnte.

Fenninger hatte eine starke Leistung gezeigt, allerdings im unteren Teil viel Zeit verloren. Trotzdem durfte sie mit dem ersten Abfahrtserfolg ihrer Karriere spekulieren. Doch Görgl erwischte eine perfekte Fahrt und fing die Teamkollegin noch ab. Für die Steirerin war es der erste Weltcupsieg seit Bad Kleinkirchheim und der fünfte ihrer Karriere. Die 32-Jährige nahm Fenninger 0,56 Sekunden ab, Dritte wurde die Deutsche Maria Höfl-Riesch (0,63).

Überglücklich war die Siegerin
"Es ist mir heute voll aufgegangen, speziell die Zielkurve. Die habe ich mit Jürgen nochmals genau angeschaut. Ein Danke an alle Trainer, es war echt eine geile Fahrt", sagte die Steirerin, die im einzigen Training am Donnerstag als Energiesparmaßnahme und zur Knieschonung den Zielsprung ausgelassen hatte. "Ich spüre, dass was geht. Ich fühle mich auf der Abfahrt wohl, es kitzelt, es passt", hatte sie nach dem Testlauf gesagt und sollte recht behalten.

Vor dem Start sei sie nervös gewesen, das gute Gefühl sei da gewesen. "Es war voll zum Attackieren. Und ich bin froh, dass ich das gemacht habe." Wie Görgl erzählte, war sie in der Früh mit dem Auto hängen geblieben. Der Sprit war ihr ausgegangen. "Typisch ich. Habe einfach wieder mal vergessen, zu tanken". Doch Hilfe war rasch zur Stelle.

Fenninger freute sich über ihren zweiten Platz, von Enttäuschung war keine Spur: "Ich habe geahnt, dass Lizz hier schnell fahren kann. Sie hat schon im Training gezeigt, dass sie im schwierigen Mittelteil schnell unterwegs ist. Ich wusste, wenn es noch wer schaffen kann, dann Lizz. Ich bin froh, dass ich es geschafft habe, die Ski auszulassen. Das ist sehr positiv. Daheim Rennen zu Fahren taugt mir, es ist aber auch schwierig", erklärte die Salzburgerin, die vor Weihnachten den Riesentorlauf in Lienz gewonnen hatte.

Sturz von Fanchini
Sie musste am Start warten, weil vor ihr die Italienerin Elena Fanchini zu Sturz gekommen war. "Die Warterei war schwierig und ich war auch sehr nervös." Umso überraschter war sie über die Führung, nach dem Fehler im unteren Teil hatte sie damit nicht gerechnet. Sie übernahm auch die Führung im Gesamtweltcup, liegt nun sechs Zähler vor Höfl-Riesch. "Aber Maria hat den Slalom, sie hat zuletzt ein bisschen gepatzt, aber wird schon noch aufdrehen", meinte Fenninger.

Fenninger freute sich mit Görgl über deren Sieg. "Ich habe die Vorberichte gesehen, es hat geheißen, das Team hat seit so vielen Jahren keinen Erfolg mehr. Dass wir jetzt einen Doppelsieg feiern dürfen, ist für das Team extrem wichtig. Die gesamte Mannschaft war heute wirklich gut, das tut auch der Stimmung im Team sehr gut."

Ende der Durststrecke
Österreichs Abfahrerinnen haben vor Zauchensee in fast sieben Jahren nur zwei Siege im Weltcup eingefahren. Seit dem Erfolg von Renate Götschl im März 2007 in Lenzerheide vor Marlies Schild standen nur am 28. Februar 2009 Andrea Fischbacher in Bansko und am 7. Jänner 2012 Görgl in Bad Kleinkirchheim ganz oben.

Nicole Hosp gelang mit Platz fünf eine Überraschung, sie klopfte damit auch um ein Olympiaticket an: "Ich habe es bis auf die letzte Kurve sehr gut erwischt, die habe ich nicht ganz durchgezogen. Oben runter habe ich es so erwischt, wie ich mir das vorgenommen habe. Es ist nach wie vor ein Traum von mir, eine Abfahrt zu gewinnen, damit ich alle Disziplinen voll machen kann. Daran arbeite ich. Diese Hoffnung gebe ich erst auf, wenn ich das geschafft habe oder die Karriere beende", sagte die Tirolerin.

Auch Sterz schaffte es in die Top-Ten ("Im Großen und Ganzen ist mir heute ein guter Lauf gelungen"), Stefanie Moser kam auf Platz 15, Andrea Fischbacher auf 18. Cornelia Hütter blieb bei einem böse aussehenden Sturz unverletzt. "Ich bin im Hot Air kopfüber runter. Aber mir tut nix weh", meinte die Steirerin und zog lächelnd von dannen.

Abfahrt in Zauchensee

1. Elisabeth Görgl (28) AUT 01:47.45
2. Anna Fenninger (21) AUT +00.56
3. Maria Höfl-Riesch (16) GER +00.63
4. Tina Weirather (18) LIE +00.91
5. Nicole Hosp (31) AUT +01.02
6. Larisa Yurkiw (25) CAN +01.13
7. Carolina Ruiz Castillo (11) ESP +01.14
8. Marianne Kaufmann-Abderhalden (22) SUI +01.17
9. Lotte Smiseth Sejersted (26) NOR +01.27
10. Regina Sterz (6) AUT +01.28

Anna Fenninger: ihre besten Bilder

OE24 Logo