So „unwinterlich“ wird Olympia in Peking

Ohne Schneekanonen keine Spiele

So „unwinterlich“ wird Olympia in Peking

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Das größte Wintersportereignis des Jahres steht an! Doch ohne massenhaft künstlichen Schnee würden die Olympischen Winterspiele kaum zustande kommen.

Das aktuelle Klima in China bietet eigentlich optimale Bedingungen für die anstehenden Winterspiele. Es herrscht trockene Kälte, oft liegen die Temperaturen unter null Grad - speziell für Ski- und Eislaufbewerbe eine optimale Situation. Doch auf ausreichend natürlichen Schnee wartet man im Land der aufgehenden Sonne vergebens.

Deshalb ist Peking gezwungen ein wenig nachzuhelfen, um die Skipisten und Loipen dennoch bewerbsfähig präparieren zu können. Dabei setzen die Chinesen auf die Südtiroler Firma TechnoAlpin. Das Unternehmen, das bereits seit 2013 in China ansässig ist, kann bereits einiges an Erfahrung bei Olympischen Spielen vorweisen. Ganze sechs Mal wirkte man bei Olympia mit, heißt es in einer Aussendung.

Für die alpinen Skibewerbe hat man alleine in Yanqing ein Großaufgebot von 170 Schneekanonen und 30 Schneelanzen aufgestellt. Zusätzlich sind weitere 100 Geräte an den anderen Austragungsorten angebracht, so ein AlpineTech-Manager gegenüber dem Magazin „Sports Illustrated“.

Wasser- und Energieverbrauch steigt enorm

Doch das künstliche Beschneien hat auch seine Schattenseiten. Der Wasserverbrauch steigt bei Inbetriebnahme der Schneekanonen enorm an. Für die Gegend, in der schon ohne Kunstschnee extreme Wasserknappheit herrscht, ist das ein wahrer Kraftakt. Laut dem Magazin „Bloomberg“, wurden extra für die Winterspiele elf gigantische Wassertanks, die Regen- und Schmelzwasser auffangen sollen, errichtet.

Neben dem Wasserverbrauch steigt jedoch auch gleichzeitig der Energieaufwand. Das Wasser muss schließlich in die Regionen und auf die Berge gepumpt werden, um es dann in Schnee umzuwandeln.

Gegenüber der ARD erklärte Li Xin, für die Schneeproduktion bei Olympia zuständig, dass auch das nachhaltig realisiert werde: „Wir nutzen nur grünen Strom aus Wind- und Sonnenenergie. Und das Wasser kommt aus Flüssen, Seen und Reservoirs. Wir nutzen kein Grundwasser. Dadurch können wir sicherstellen, dass es umweltfreundliche Olympische Spiele werden.“

Bestehende Hallen werden umfunktioniert

In China wird das Nachhaltigkeitsthema naturgemäß nicht infrage gestellt. Einem Bericht des Magazins „Nature“, wurden kritische Kommentare von chinesischen Social-Media-Seiten entfernt. Umweltschützern sind derartige Vorgehensweisen jedoch weiter ein Dorn im Auge.

Peking kontert mit der Tatsache, dass es nun als erste Stadt Gastgeberin für sowohl Sommer- als auch Winterolympia ist. Einige Austragungsstätten, die schon im Sommer 2008 im Rampenlicht standen, werden jetzt wiederverwendet, „als Teil des Nachhaltigkeitsplans des Pekinger Organisationskomitees“, wie es im Konzept auf der Peking-2022-Website heißt.

So wurde aus der Schwimmhalle, dem „Water Cube“ prompt ein „Ice Cube“, der damit zum Austragungsort der Curling-Bewerbe umfunktioniert wird. Die Handball-, Gymnastik- und Basketballhallen werden ebenfalls mit aufwendiger Technik vereist und dienen ab kommender Woche als Eishockeyarenen.

Die einzige Indooranlage, die für die Winterspiele komplett neu gebaut wurde, steht mittlerweile komplett fertig auf dem damaligen Feldhockey- und Bogenschießareal im Olympiapark.

Bei den Outdoorsportarten ist die Lage freilich komplizierter. Für die Rodelbewerbe wurde in Yanqing, 75 Kilometer nordwestlich von Pekings Stadtzentrum, die erste Wettkampfrodelbahn Chinas und die erst dritte in Asien aus dem Boden gestampft.

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