Sumann (l.) und Landertinger beim Training

Auftakt

Olympia beginnt für Biathleten mit Sprint

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Das Ziel der heimischen Biathleten ist klar definiert: Eine Medaille muss her.

Nach zehn Podestplätzen in Weltcup-Einzelrennen nehmen die österreichischen Biathleten selbstbewusst das "Unternehmen Olympiamedaille" in Angriff. "Wir wissen, dass wir es können, am schönsten wäre es, wenn es gleich zum Auftakt klappen würde", sagte Trainer Reinhard Gösweiner vor dem 10-km-Sprintbewerb am Sonntag (20.15 Uhr MEZ) in Whistler.

Nach einer dreiwöchigen Rennpause werden die Karten allerdings neu gemischt, wer gleich den optimalen Rennrhythmus findet, hat die besten Chancen. Die Österreicher haben im Sprint und in der zwei Tage später in Szene gehenden Verfolgung in der Olympia-Saison gut abgeschnitten. Daraus schöpfen sie viel Selbstvertrauen. Die Sprint-Bronzemedaille durch Wolfgang Perner 2002, die bisher einzige eines ÖSV-Biathleten bei Winterspielen, soll Zuwachs bekommen.

Christoph Sumann, der bisher keine guten Erfahrungen mit Winterspielen gemacht hat, will im dritten Anlauf zuschlagen. "In Salt Lake City war ich zu jung und Turin habe ich aus dem Gedächtnis gestrichen", sagte der Steirer, der vor vier Jahren nach den Doping-Razzien noch zwei Top-Ten-Plätze erreicht hat.

Mit 34 Jahren spricht er vom "stärksten Sumi, den es je gab". "Ich vertrage nun die harten Trainingseinheiten besser, bin im Kopf stark, auch dank der Erfolge", sagte der Familienvater. Nach den Erfolgen der vergangenen Saison mit zweimal WM-Silber (Massenstart und Staffel) greift er mit seinen Kollegen auch in Whistler nach Edelmetall. "Das Biathlon-Märchen soll seine Fortsetzung finden", sagte Sumann. "Nach der Papierform zählen wir zu den Mitfavoriten, aber das heißt nicht, dass wir eine Medaille machen. Dazu bedarf es auch einer Riesenportion Glück. Aber ich habe ein gutes Gefühl."

Sumann und Daniel Mesotitsch, der bei der Olympia-Generalprobe in Antholz Sieger in der Verfolgung war, sind die Routiniers, Dominik Landertinger und Simon Eder die Debütanten. Doch die zwei Jüngeren treten nicht mit geringeren Chancen an. Massenstart-Weltmeister Landertinger will sich vor der Premiere nicht unter Druck setzen. Der 21-Jährige war in dieser Saison im Sprint zweimal Weltcup-Zweiter und einmal Vierter. Trainer Gösweiner glaubt, dass der Hochfilzener trotz der langen Rennpause gut in Schuss ist, Landertinger bestätigt es nach dem positiven schnellen Training am Donnerstag. "Ich weiß, dass ich gut drauf bin. Mein Ziel ist eine Medaille, aber das wird alles andere als leicht."

Trainer-Sohn Simon Eder hat sich vorerst einen Rang in den ersten Zehn als Ziel gesetzt. "Ich weiß, dass bei Olympia nur eine Medaille zählt, aber mit den Top Ten im Sprint hätte ich eine gute Ausgangsposition für die Verfolgung", erklärte der 26-jährige Salzburger, dem das gute Training in Whistler viel Zuversicht gab.

Der Weg zum Sieg führt sicher über die Norweger. Der fünffache Olympiasieger Ole Einar Björndalen (36) und sein 12 Jahre jüngerer Landsmann Emil Hegle Svendsen haben alles den Winterspielen untergeordnet und gelten angesichts von insgesamt fünf Bewerben als Anwärter auf den Titel "König der Spiele".

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