Schulklasse ausgelöscht

150 Tote: Urlaubs-Jet crasht in Alpen

Eine Schulklasse und zwei Babys unter den Opfern.

Sie kamen braun gebrannt aus dem Urlaub. Von einem Schüleraustausch. Vom Besuch bei ihren Verwandten. Aber keiner von ihnen überlebte diesen Tag. Mit dem Airbus A320 zerschellten gestern 150 Menschen in den französischen Alpen. Unter ihnen laut ersten Meldungen zwei Babys und eine Schulklasse.

Die Chronologie der größten europäischen Flugzeugkatastrophe seit Jahren:

  • 9.35 Uhr. Flughafen Barcelona, Spanien: Die 24 Jahre alte Maschine ist beladen und startklar. Laut Flugplan soll die Germanwings-Maschine jetzt in Barcelona Richtung Düsseldorf starten, aber der Start verzögert sich. Weshalb, ist vorerst noch völlig unklar.
  • 10.01 Uhr. Mit 30-minütiger Verspätung hebt der Airbus A320 Richtung Deutschland ab. Um 11.55 Uhr soll er in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt landen.

  • 10.12 Uhr. Der Himmel ist klar. Regen, Gewitter, Wind: Fehlanzeige. Die Maschine verlässt jetzt fristgerecht den spanischen Flugraum.
  • 10.45 Uhr. Die Reiseflughöhe von 38.000 Fuß (12.000 Metern) ist jetzt erreicht. Alles scheint ganz normal zu laufen.
  • 10.46 Uhr. Doch dann das: Nur eine Minute später beginnt die Maschine abzusinken. 1.000 Meter pro Minute. Experten spekulieren: Ist der Kabinendruck plötzlich abgesunken? Haben die Piloten deshalb versucht, niedriger zu fliegen?
  • 10.53 Uhr. Die Flugsicherung verliert den Kontakt zum Airbus. Die Maschine hat jetzt nur mehr eine Flughöhe von 6.000 Fuß. Nur mehr 1.800 Meter! Einen Notruf der Piloten hat es offenbar nicht ge­geben. Auch der Sinkflug war nicht mit den Flugbehörden abgesprochen.
  • 10.54 Uhr. Die Maschine ist jetzt nur mehr 1,5 Kilometer von den französischen Alpen entfernt. Ihre Flughöhe in dem Gebiet: Nur 2.000 Meter! Experten befürchteten: Nachdem der Kontakt zur Flugsicherung abgebrochen ist, dauerte es nur mehr fünfzehn Sekunden, bis die Maschine mit der Flugnummer 4U9525 in der Region von Barcelonnette zerschellte.
  • 11.15 Uhr. Die ersten Meldungen über die Flugzeug­absturz überschlagen sich.
  • 12.22 Uhr. Als erster Staatschef tritt François Hollande vor die Presse: „Es ist eine Tragödie auf unserem Boden“, erklärt Frankreichs Präsident. „Den Familien der Opfer gehört mein Mitgefühl. Es wird wohl keine Überlebenden geben.“ Am Flughafen in Düsseldorf brechen Angehörige der Passagiere zusammen.
  • 14.30 Uhr. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel meldet sich geschockt zu Wort, kündigt an, heute zur Absturzstelle zu fahren.
  • 14.45 Uhr. Inzwischen ist klar: Unter den Toten sind zwei Babys und auch 16 deutsche Teenager, die gerade einen Schüleraustausch in der Nähe von Barcelona beendet hatten. Zu diesem Zeitpunkt ist die Unfallursache unklar.

D. Müllejans

© oe24
150 Tote: Urlaubs-Jet crasht in Alpen
× 150 Tote: Urlaubs-Jet crasht in Alpen

Absturzstelle mitten im französischen Gebirge

Der Airbus A320 hatte gerade erst wieder festen Boden unter sich, als er in unzugänglichem Gebiet in den südfranzösischen Alpen rund 100 Kilometer nördlich von Marseille abstürzte. Dorthin führen keinerlei autotaugliche Straßen.

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150 Tote: Urlaubs-Jet crasht in Alpen
× 150 Tote: Urlaubs-Jet crasht in Alpen

Auf 2.000 Meter Seehöhe zerschellte das Flugzeug auf einem steil abfallenden Berghang. Die Trümmer wurden am Bergmassiv 
Trois Évechés Hunderte Meter weit verstreut. Bewohner der nahen Stadt Digne-les-Bains berichten von einem „lauten Knall“.

Noteinsatz. Erst Stunden nach dem Crash konnten Polizei und Ersthelfer per Hubschrauber zum Wrack vordringen – auf der Suche nach möglichen Überlebenden und der wichtigen Blackbox.

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× 150 Tote: Urlaubs-Jet crasht in Alpen


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