Unwetter-Hölle

Italien im Ausnahmezustand: Sturm „Erminio“ verwüstet das Land

Sintflutartiger Regen, Schneechaos und zerstörte Infrastruktur, der Süden Italiens versinkt im Ausnahmezustand. Ein heftiges Sturmtief sorgt für dramatische Szenen, während Einsatzkräfte im Dauereinsatz sind. 

Seit Beginn der Woche sorgt Zyklon „Erminio“ für extreme Wetterbedingungen. Heftige Regenfälle haben Flüsse anschwellen lassen, ganze Landstriche überflutet und sogar Erdrutsche ausgelöst. In mehreren Regionen traten Gewässer über die Ufer und setzten Straßen, Felder und Ortschaften unter Wasser.

Flüsse treten über – ganze Regionen betroffen

Die Wassermassen haben in mehreren Regionen schwere Schäden angerichtet. Vor allem in den Abruzzen, Molise, Basilikata und Apulien traten zahlreiche Flüsse über die Ufer. Straßen, Felder und ganze Orte wurden überflutet, zusätzlich kam es zu Erdrutschen.

Die Lage eskalierte so stark, dass für mehrere Gebiete der Notstand ausgerufen wurde. Allein in einer Region werden Schäden in Höhe von rund 300 Millionen Euro erwartet.

Brücke bricht zusammen

Besonders dramatisch ist der Einsturz einer Brücke über den Fluss Trigno. Die Strömung hatte das Fundament so stark unterspült, dass Teile der Fahrbahn plötzlich ins Flussbett stürzten. Die wichtige Verbindung zwischen zwei Regionen ist seitdem unterbrochen – mit massiven Folgen für den Verkehr.

53-Jähriger bleibt verschwunden

Seit dem Einsturz wird ein 53-jähriger Mann vermisst. Er war mit seinem Auto unterwegs, als die Brücke nachgab. Bis jetzt fehlt jede Spur von ihm. Die Suche läuft, doch die Bedingungen sind schwierig.

800 Einsätze in nur vier Tagen

Die Einsatzkräfte arbeiten am Limit. Allein in wenigen Tagen mussten sie mehr als 800 Mal ausrücken. Feuerwehr und Rettungsteams kämpfen gegen Wassermassen, blockierte Straßen und zerstörte Infrastruktur.

Während in den Tälern das Wasser wütet, sorgt in den Bergen der Schnee für zusätzliche Dramen. In der Region Majella wurden 13 Menschen in einem Hotel von Schneemassen eingeschlossen. Erst die italienische Armee konnte die Eingeschlossenen befreien. Laut Betroffenen war besonders ein Moment kritisch, als sie vor einer Schneewand und umgestürzten Bäumen festsaßen.

Dritter Sturm in kurzer Zeit

„Erminio“ ist bereits der dritte heftige Sturm, der Italien innerhalb weniger Wochen trifft. Die anhaltende Dauer des Unwetters gilt als Hauptgrund für die massiven Schäden. Meteorologen sprechen von einem regelrechten „Motor“, der die Regenfälle immer wieder neu antreibt.

Hoffnung zu Ostern

Nach mehr als vier Tagen Dauerregen gibt es nun erste Hoffnung. Die Wetterprognosen deuten darauf hin, dass sich die Lage zum Osterwochenende etwas beruhigen könnte. Bis dahin bleibt die Situation angespannt und die Angst vor weiteren Schäden groß.

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