Ex-Regierungschef

Kairo: Ganzouri neuer Ministerpräsident

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Das Kabinett unter Sharaf reichte nach der Protestwelle seinen Rücktritt ein.

Der Oberste Militärrat in Ägypten hat den früheren Regierungschef Kamal Ganzouri zum Ministerpräsidenten ernannt. Das berichtete das ägyptische Staatsfernsehen am Donnerstagabend. Der 78-Jährige war bereits von 1996 bis 1999 Regierungschef. Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler setzte sich während dieser Zeit unter anderem für die Armutsbekämpfung ein. Ganzouri tritt die Nachfolge von Essam Sharaf an, dessen Kabinett nach Ausbruch der neuen Protestwelle bei der mindestens 41 Menschen getötet wurden den Rücktritt eingereicht hatte.

Ganzouris Aufgabe wird es jetzt sein, eine Übergangsregierung zu bilden, die voraussichtlich nur einige Monate existieren wird. Denn am kommenden Montag beginnt die Parlamentswahl, die nach der letzten Stichwahl Mitte Jänner enden soll. Dem Vernehmen nach war es nicht leicht für den Militärrat gewesen, einen Übergangsregierungschef zu finden. Denn viele Politiker, die sich Hoffnungen auf einen Ministerposten oder das Amt des Präsidenten machen, wollen in dieser kritischen Übergangsphase lieber keine Verantwortung übernehmen.

Den Ägyptern ist Ganzouri als Ministerpräsident in Erinnerung, der sich für die Belange der Armen interessierte. Als Privatisierung und Liberalisierung des ägyptischen Marktes an Dynamik verloren und eine Währungskrise das Vertrauen ausländischer Investoren erschütterte, musste Ganzouri 1999 seinen Hut nehmen. Parlamentarier warfen ihm damals einen autokratischen Führungsstil vor.

Nach Beginn der Massenproteste gegen Hosni Mubarak im vergangenen Jänner hatte er sich erstmals seit Jahren wieder öffentlich zu Wort gemeldet und sich für einen Wandel ausgesprochen.

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