Kim Yo-jong
Kim-Nachfolge: Seine Schwester greift nach der Macht
Sie ist eine der engsten Beraterinnen von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un und zählt zu den einflussreichsten Frauen in dem abgeschotteten Land: Die zuletzt immer stärker in Erscheinung getretene Kim Yo-jong, die Schwester von Machthaber Kim, wird inzwischen als mögliche Nachfolgerin an der Spitze des autoritär geführten Landes gehandelt.
Im März veröffentlichte sie erstmals eine politische Erklärung im eigenen Namen. In den vergangenen Tagen und Wochen stand sie an vorderster Front bei der Kritik an südkoreanischen Aktivisten, die Pjöngjang-kritische Flugblätter über die Grenze schickten. Zwar ist Yo-jong offiziell nur ein wechselndes Mitglied des Politbüros der Arbeiterpartei, doch berief sie sich in einer Erklärung am Wochenende auf ihre "vom obersten Führer, von unserer Partei und vom Staat autorisierte Macht".
Es war auch Yo-jong, die am Wochenende mit der "völligen Zerstörung" des "nutzlosen" gemeinsamen Verbindungsbüros mit Südkorea drohte. Am Dienstag ließ Pjöngjang das Büro dann in Schutt und Asche legen.
Kim Yo-jong wurde nach Angaben des südkoreanischen Wiedervereinigungsministeriums 1988 als eines von drei Kindern des früheren Machthabers Kim Jong-il und dessen dritter bekannter Partnerin, der früheren Tänzerin Ko Yong-hui, geboren. Gemeinsam mit ihrem Bruder erhielt sie ihre Ausbildung in der Schweiz.
Nachdem Bruder Kim nach dem Tod des Vaters 2011 die Macht übernommen hatte, stieg auch Yo-jong schnell in der Hierarchie auf. Beim Begräbnis des Vaters war Yo-jong im Staatsfernsehen unmittelbar hinter Kim Jong-un zu sehen - mit tränenüberströmtem und aschfahlem Gesicht.
Zuletzt tauchte sie öfter an der Seite ihres Bruders auf. Yo-jong habe diesen als "obersten Führer propagiert, sein Image im In- und Ausland aufpoliert und ihm praktisch als seine De-facto-Stabschefin geholfen", sagt die Politikprofessorin Katharine Moon vom Wellesley College in den USA.
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