Kaum ist die Wahl entschieden, eskaliert die Lage in Ungarn weiter. Wahlsieger Péter Magyar geht sofort in die Offensive und stellt eine knallharte Forderung an die Spitze des Staates. Der politische Umbruch nimmt damit rasant Fahrt auf.
Nur wenige Tage nach seinem Sieg fordert Péter Magyar offen den Rücktritt von Staatspräsident Tamás Sulyok. Nach einem Treffen machte er klar, dass dieser aus seiner Sicht nicht mehr geeignet sei, die Rechtsstaatlichkeit im Land zu sichern. Die Botschaft ist deutlich: Der Machtwechsel soll nicht nur die Regierung betreffen, sondern das gesamte politische System.
"Nicht fähig" - harte Worte nach Treffen
Magyar erklärte, Sulyok könne "in meinen Augen und in den Augen des ungarischen Volkes" nicht garantieren, dass Gesetze respektiert werden. Damit richtet sich seine Kritik klar gegen Vertreter des bisherigen Systems rund um Ex-Regierungschef Viktor Orbán.
Umbau des Staates geplant
Der designierte Premier will Ungarn grundlegend verändern. Seine Partei verfügt über eine Zweidrittelmehrheit, damit kann sie sogar die Verfassung ändern und zentrale Positionen neu besetzen.
Sollte Sulyok nicht freiwillig gehen, könnte genau das passieren: ein politischer Umbau per Gesetz.
Kompletter Systemwechsel angekündigt
Schon in der Wahlnacht sprach Magyar von einem "vollständigen Regimewechsel." Ziel sei es, Ungarn wieder näher an Europa zu bringen und Korruption sowie Machtmissbrauch zu bekämpfen. Damit wird klar: Der Wahlsieg war erst der Anfang, jetzt beginnt der eigentliche Machtkampf im Staat.