Außenministerium

Reisewarnung für Tunesien ausgegeben

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 Das Außenministerium warnt vor Reisen in "alle Saharagebiete".

Das österreichische Außenministerium hat angesichts der jüngsten Eskalation der Unruhen in Tunesien eine Reisewarnung für das ganze Land herausgegeben. Die seit 18. Dezember 2010 andauernden gewalttätigen Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Protestierenden hätten sich bisher auf Gebiete abseits der wichtigen Tourismuszentren beschränkt, doch dies treffe nicht länger zu, schreibt das Außenministerium am Donnerstag auf seiner Internetseite. Die weitere Entwicklung in dem Land sei unsicher und nicht vorhersehbar. Das Auswärtige Amt in Deutschland rät auf seiner Internetseite ebenfalls von nicht unbedingt erforderlichen Reisen nach Tunesien ab.

65.000 Österreicher machten 2010 Urlaub in Tunesien
Das Außenministerium warnt zudem vor Reisen in "alle Saharagebiete". Österreichische Reisende in die Saharagebiete Tunesiens werden laut Ministerium ersucht, sich vor Reiseantritt mit der österreichischen Vertretungsbehörde in Tunis in Verbindung zu setzen. Im vergangenen Jahr haben 65.000 Österreicher Urlaub in Tunesien gemacht, 70 Prozent davon im Sommer.

Kostenlose Umbuchung bei TUI
Der Reiseveranstalter TUI Österreich reagierte auf den aktualisierten Sicherheitshinweis des Außenministeriums mit kostenlosen Umbuchungen und Stornierungen bis einschließlich 24. Jänner. Ausflüge, die in den Süden des Landes führen sowie Stadtprogramme seien abgesagt worden, hieß es in einer Aussendung vom Donnerstag.

VKI: Reise-Rücktritt gerechtfertigt
"Wenn die Gefährdungslage für den Reisenden so intensiv ist, dass ein Durchschnittskunde die Reise nicht unternehmen würde, dann ist das ein Wegfall der Geschäftsgrundlage und rechtfertigt den kostenlosen Rücktritt vom Reisevertrag", sagt Peter Kolba vom Verein für Konsumenteninformation. Der Reisende müsse die Situation aber kurzfristig abschätzen (also nicht wegen Unruhen heute die Reise für Sommer 2011 bereits jetzt kostenlos stornieren) und der Reiseveranstalter könne durch das Angebot einer gleichwertigen und zumutbaren kostenlosen Umbuchung das Storno abwenden.

Die Zahl der Toten bei den blutigen Unruhen in Tunesien steigt indessen weiter an. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation FIDH sind bisher 66 Tote zu beklagen. Mindestens sechs Menschen kamen bei gewaltsamen Ausschreitungen am gestrigen Mittwoch nach Angaben von Augenzeugen ums Leben.

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