Jetzt greift die Justiz ein: Donald Trumps umstrittenes Prestigeprojekt sorgt für den nächsten Eklat. Ein US-Richter zieht die Notbremse und legt den Bau für einen riesigen Ballsaal vorerst aufs Eis.
Mitten im Herzen von Washington will Donald Trump einen gigantischen Ballsaal errichten. Ein Projekt, das schon seit Monaten für heftige Kritik sorgt. Geplant ist ein prunkvoller Bau für bis zu 1.000 Gäste, der mehrere hundert Millionen Dollar kosten soll. Doch der Weg dorthin ist alles andere als ruhig: Für den Bau wurde sogar der historische Ostflügel abgerissen. Ein Schritt, der Denkmalschützer und Kritiker auf den Plan rief.
- Trump bekommt eigenen Flughafen in Florida
- Trump droht Iran: Werden "alle Kraftwerke und Ölquellen vernichten"
- Trump: US-Militär baut "gewaltigen Komplex" unter neuem Ballsaal
Richter greift ein
Die Bauarbeiten für den rund 8.360 Quadratmeter großen Festsaal am Weißen Haus wurden am Dienstag eingestellt. Bundesbezirksrichter Richard Leon gab damit einem Antrag der Denkschutzorganisation National Trust for Historic Preservation statt. Das Vorhaben ruht nun so lange, bis die Klage der Denkmalschützer final verhandelt wird.
Der Vorwurf wiegt schwer: Donald Trump soll seine Befugnisse überschritten haben. Er ließ den historischen Ostflügel, der ursprünglich im Jahr 1902 erbaut wurde, abreißen. Die Kläger argumentieren, dass weder der Präsident noch die Nationalparkverwaltung die Erlaubnis hatten, ohne die Zustimmung des Kongresses ein derart geschichtsträchtiges Gebäude zu zerstören. Bei einer Anhörung am Dienstag, 17. März, bezeichnete der Richter das Gelände des Weißen Hauses als einen ganz besonderen Ort und ein Wahrzeichen der Nation.
Prestige oder Machtspiel
Für Trump ist der Ballsaal ein Prestigeprojekt. Er will damit das Weiße Haus deutlich erweitern und repräsentativer machen. Kritiker hingegen sehen darin vor allem ein Symbol für Macht und Selbstdarstellung.
Das Justizministerium stützt den Präsidenten und bezeichnete den Bau als notwendige Modernisierung. Laut der US-Regierung soll der Neubau die Sicherheit erhöhen und die Infrastruktur verbessern. Trump selbst sieht in dem Festsaal ein prägendes Element seiner Amtszeit und betont, es werde der schönste Saal des Landes. Bisher musste das Weiße Haus für große Events oft auf Zelte ausweichen.
Finanzierung durch private Spender
Ein interessantes Detail betrifft das Geld: Das 400-Millionen-Dollar-Projekt wird laut Regierungsangaben komplett von privaten Spendern finanziert. Eine Kunstkommission hatte den Entwurf bereits im Februar einstimmig abgesegnet. Allerdings besteht die Kommission ausschließlich aus Mitgliedern, die von Trump selbst ernannt wurden. Der Ballsaal ist zudem nur ein Teil größerer Pläne, zu denen auch ein Monumentalbogen gehört.