Straße von Hormuz

"Schießen und zerstören" – Iran droht Kreuzfahrtschiff

Iranische Revolutionsgarden haben ein Kreuzfahrtschiff von TUI Cruises massiv bedroht. In der Straße von Hormuz kam es zu Drohungen und einem nahen Einschlag, wie "Focus online" berichtet.

Das TUI-Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 4" ist beim Durchqueren der Straße von Hormuz ins Visier der iranischen Revolutionsgarden geraten. Laut Informationen der Sicherheitsfirma "Vanguard Tech" war das Schiff am Samstag ohne Passagiere unterwegs, als die Drohungen ausgesprochen wurden. Der Kapitän berichtete, dass die Revolutionsgarden per Funk erklärten: "Wir führen einen Einsatz aus, wir werden schießen und euch zerstören." In unmittelbarer Nähe des Schiffes wurde zudem ein Einschlag gemeldet, wobei glücklicherweise keine Schäden am Schiff entstanden sind.

Rückzug im geschützten Konvoi

Inzwischen befinden sich "Mein Schiff 4", die "Mein Schiff 5" sowie die "MSC Euribia" der Schweizer Gesellschaft MSC bereits wieder auf dem Weg in Richtung Europa. Die Durchfahrt durch die gefährliche Meerenge erfolgte am Samstag in einem gemeinsamen Konvoi. Ein Sprecher von MSC bestätigte, dass die Fahrt in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden durchgeführt wurde, um die Sicherheit der Schiffe zu gewährleisten.

Iranische Boote schossen auf Tanker

Iranische Kanonenboote haben am Samstag nach Angaben einer britischen Behörde auf einen Tanker in der Straße von Hormuz geschossen. Wie die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) mitteilte, berichtete der Kapitän des Tankers von einem Angriff durch zwei Kanonenboote der Iranischen Revolutionsgarden rund 37 Kilometer nordöstlich des Oman. Kurz zuvor hatte der Iran seine Entscheidung zur Öffnung der Straße von Hormuz für den Schiffsverkehr rückgängig gemacht.

Ohne Vorwarnung hätten die Boote "auf den Tanker geschossen". Der Tanker und die Besatzung sind demnach in Sicherheit, die Behörden ermitteln. Mehrere Schiffe berichteten von einem Funkspruch der iranischen Marine, in dem die erneute Schließung der Straße von Hormuz bekannt gegeben wird.

Nach Angaben eines Schiffverfolgungsdienstes gab es in der Straße von Hormuz einen Schusswechsel zwischen den Iranischen Revolutionsgarden und indischen Handelsschiffen.

Die iranische Armeeführung begründete die neuerliche Blockade der wichtigen Schifffahrtsstraße laut Staatsmedien mit der anhaltenden US-Blockade iranischer Häfen. Die Straße von Hormuz stehe nun erneut "unter strenger Führung und Kontrolle der Streitkräfte", so lange die USA nicht die freie Schifffahrt zum Iran ermöglichten, hieß es.

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