55 Tote bei Anschlägen in Damaskus

Gewalt in Syrien

55 Tote bei Anschlägen in Damaskus

Das Bild der Zerstörung in Syrien erinnerte an Terroranschläge im Irak.

Ein Doppelanschlag in der syrischen Hauptstadt Damaskus hat am Donnerstag 55 Menschen das Leben gekostet. Mehr als 370 weitere Menschen seien verletzt worden, berichtete das syrische Staatsfernsehen unter Berufung auf das Innenministerium. Demnach handelte es sich um zwei Selbstmordanschläge mit Autobomben. Die Sprengladungen hätten eine Sprengkraft von "mehr als tausend Kilogramm" gehabt. Zuvor war von mehr als 40 Getöteten und rund 170 Verletzten die Rede gewesen.

Das Staatsfernsehen machte wie gewohnt "Terroristen" für die Anschläge verantwortlich. Der Syrische Nationalrat als wichtigstes Oppositionsbündnis erklärte dagegen, das "Regime" wolle mit den Anschlägen die internationalen Beobachter der Waffenruhe einschüchtern. Die Anschläge ereigneten sich vor einem berüchtigten Verhörzentrum der Sicherheitskräfte. Viele politische Gefangene wurden dort gefoltert.

Die Vorgehensweise und die Zerstörung erinnerten an Terroranschläge im Irak. Das staatliche Fernsehen zeigte Aufnahmen verkohlter Leichen. Augenzeugen berichteten, etwa 30 Autos seien durch die Explosion im Al-Kazzaz-Viertel zerstört worden. Mehrere Gebäude seien stark beschädigt. Viele der unverletzten Bewohner des Viertels stünden unter Schock. Sie weinten und klagten. Einige von ihnen riefen: "Gott schütze Syrien!"

Sprengsatz bei Konvoi
Der TV-Sender Al-Arabiya meldete, der Leiter der UNO-Beobachtermission, Generalmajor Robert Mood habe darauf bestanden, den Tatort selbst in Augenschein zu nehmen. In der unmittelbaren Nähe seines Konvois war am Vortag in der Provinz Daraa ein Sprengsatz explodiert, der sechs syrische Soldaten verletzte. Experten und Diplomaten haben in den vergangenen Wochen mehrfach darauf hingewiesen, dass der Einsatz der unbewaffneten Militärbeobachter in Syrien gefährlich sei.

Der Aufstand gegen das Regime von Staatschef Bashar al-Assad hatte im vergangenen März mit friedlichen Protesten begonnen, die dann rasch in einen blutigen Konflikt ausarteten. Bereits rund 10.000 Menschen sollen seither in Syrien getötet worden sein.

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