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ÖSTERREICH-Reporter: "Rebellen greifen Hotel an"

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Rebellen wüten in der Hauptstadt. Der Präsidentenpalast brennt. ÖSTERREICH-Reporter Andreas Lexer berichtet live aus dem Tschad.

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ÖSTERREICH-Reporter Andreas Lexer, der sich als einziger Journalist in der Hauptstadt N'Djamena aufhält, berichtet ganz aktuell aus dem Tschad: "Kurz vor 19 Uhr haben die Rebellen erstmals versucht, das Hotel Kempinski, in dem sich die österreichischen Soldaten befinden, anzugreifen. Ein Rebell versuchte mit Maschinengewehr in die Hotel-Lobby vorzudringen, wurde von den Hotelangestellten und den Soldaten abgewehrt. Derzeit gruppieren sich die Rebellen rund um das Hotel. Im benachbarten Hotel Le Meridien sind Rebellen bereits im Hotel eingedrungen, dort haben sich Auslands-Franzosen gerade für die Evakuierung versammelt. Die Hotel-Lobby im Nachbarhotel wurde völlig zerstört."

Die schweren Verwüstungen im Hotel "Le Meridien" wurden auch von Generalleutnant Christian Segur-Cabanac, Leiter des Führungsstabes im Verteidigungsministerium, bestätigt. Der ÖSTERREICH-Reporter ferner: "In unserem Hotel befinden sich nur mehr 30 Personen, darunter die 14 österreichischen Soldaten. Die Situation wird dramatisch!"


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Als der österreichische Kommandant Heinz Assmann seinen Soldaten am Samstagvormittag befahl, in Deckung zu gehen, war klar, dass die Lage ernst war. Ernster, als sich viele vor dem Abflug in den Tschad vorstellen wollten. Die Schüsse, die zuerst nur aus der Entfernung zu hören waren, kamen immer näher. Vom Dach des Hotels aus, wo ich mit den Männern des Jagdkommandos die Lage genau beobachten konnte, war dann zu erkennen, was passiert war: Die schwer bewaffneten Rebellen waren nach N’Djamena vorgedrungen und drauf und dran, die Stadt einzunehmen. Sie hatten bereits das Parlament angezündet und plünderten die Regierungsgebäude.

Putsch
Uns war klar: Wir wurden Augenzeugen eines Putsches. Auch wenn die Rebellen vor allwem gegen die Regierungstruppen von Präsident Déby vorgingen, ist die Angst, in die Gefechte zu geraten, seither immer da. Selbst als wir uns wieder in der Hotel-Lobby aufhalten konnten, weil die Kämpfe abgeflaut waren, waren wir ständig in Gefahr, Opfer von sogenannten Querschlägern, also fehlgeleiteten Kugeln, zu werden. Keiner weiß momentan, wie es weitergeht. Der Tschad ist auch ohne diesen Putsch eines der chaotischsten Länder der Welt. Korruption und Armut beherrschen den Alltag der knapp zehn Millionen Einwohner.

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Soldaten wohlauf
Die österreichischen Soldaten im Tschad sind wohlauf. ÖSTERREICH-Reporter Andreas Lexer, der sich als einziger österreichischer Reporter gemeinsam mit den Soldaten in der Hauptstadt des Tschad, N’Djamena befindet, berichtet: "Tausende Rebellen sind nach N’Djamena vorgedrungen. Sie stürmen und plündern das Parlament, das sich in unmittelbarer Nähe zum Hotel Kempinski befindet, in dem die Österreicher wohnen."

Die Rebellen seien in hunderten Fahrzeugen nach N’Djamena vorgedrungen. Die österreichischen Soldaten hätten sich zum Teil im Keller oder der Hotellobby verschanzt, andere von ihnen seien auf das Dach des Hotels, um die Lage zu erkunden und zu beobachten. Viele haben Angst, dass sich Schüsse durch die Fenster ins Hotel "verirren" könnten. Draußen geht es ordentlich zu. Man hört den Gefechtslärm deutlich.

Bundesheer-Soldaten zur Verteidigung bereit
Sollten Angriffe der tschadischen Rebellen gegen die Österreicher erfolgen, seien diese zur Verteidigung bereit. Oberst Heinz Assmann, Kommandant der Tschad-Truppe vor Ort, zu ÖSTERREICH: "Wir werden versuchen, das Hotel gegen Angriffe der Rebellen zu schützen."

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© oe24

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© oe24

Die ersten aktuellen Bilder aus dem Tschad.

N'Djamena erreicht
Die Rebellengruppen im Tschad haben am Samstag die Hauptstadt N'Djamena erreicht. Rebellen und Regierungstruppen lieferten sich am Samstagmorgen Kämpfe in der Nähe des Präsidentenpalastes.

ÖSTERREICH-Reporter Andreas Lexer berichtet von Schusswechseln im Zentrum der Hauptstadt. Nach Angaben von Augenzeugen zogen die Rebellengruppen aus dem Osten und Süden in die Stadt ein.

In die Hauptstadt vorgerrückt
Die schwer bewaffneten Rebellenverbände waren seit Tagen mit etwa 300 Fahrzeugen auf die Hauptstadt vorgerückt. Ein Rebellensprecher sagte per Satellitentelefon, die Truppen von Präsident Idriss Deby Itno stünden kurz vor der Aufgabe. "Er (Deby) wird heute gestürzt, das ist sicher", fügte er hinzu. Wo der Präsident sich tatsächlich aufhielt, war zunächst unklar.

Mittagessen in N'Djamena
Rebellenführer Timan Erdimi hatte bereits angekündigt, seine Kämpfer würden Samstagmorgen die Hauptstadt erreichen. Mehrere tschadische Regierungsvertreter rechneten aber damit, dass die Front näherrücken werde. "Wir erwarten, dass wir unser Mittagessen in N'Djamena einnehmen können", gab sich Rebellensprecher Abderaman Koulamallah am Freitag gegenüber dem britischen Sender BBC zuversichtlich bezüglich eines Einmarsches in der Hauptstadt am Samstag.

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Bundesheerflug in den Tschad wurde gestrichen
Wegen der unsicheren Lage ist die Truppenentsendung des österreichischen Bundesheeres unterbrochen. Drei Transportmaschinen durften nicht in N'Djamena landen.

Franzosen bereiten Evakuierung vor
Unterdessen bereitet die französische Regierung die Evakuierung sämtlicher im Tschad lebender Franzosen vor.

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