Natascha: Priklopil-Freund im Visier

Fall Kampusch

Natascha: Priklopil-Freund im Visier

Es gibt keinen Hinweis, dass Ermittlungsschritte unterlassen wurden. Es gibt nichts, was man noch machen könnte“, sagte Christian Pilnacek vom Justizministerium noch im November 2011 zum Fall Kampusch.

Jetzt, wenige Monate später, hat die Justiz plötzlich hohen Erklärungsbedarf: Denn U-Ausschussvorsitzender Werner Amon (ÖVP) stellt klar fest, dass die „Ein-Täter-Theorie nicht mehr aufrechtzuerhalten ist und es ein dickes Dossier über unterlassene Ermittlungsschritte gibt“ – ein krasser Widerspruch zu den bisherigen Ermittlungen.

Der Druck auf die Justiz wird noch zunehmen: In zwei Wochen legt der geheime U-Ausschuss seinen Endbericht vor, dann wird der Fall neu aufgerollt – und eine Person steht im Mittelpunkt: „Alle Verdachtsmomente fokussieren auf Ernst H.“, so FPÖ-Ausschuss-Mitglied Dagmar Belakowitsch-Jenewein zu ­ÖSTERREICH. Für Ernst H., den Geschäftspartner von Priklopil, der immer noch eine freundschaftliche Beziehung zu Natascha Kampusch unterhält, gilt die Unschuldsvermutung. Das sind die Punkte, auf den die Ausschuss-Politiker die „Mehrtäter-Theorie“ begründen:

  • Eng mit Natascha. Laut Ermittlungsakt hat H. Natascha, die er angeblich nur flüchtig kannte, im AKH besucht und mit ihr an die 100, oft stundenlange Telefonate geführt.
  • Rätsel um Geld. Elf Tage nach Nataschas Entführung überwies H. an Priklopil 500.000 Schilling, von denen Priklopil 460.000 Schilling zurück überwies. H. erklärte das damit, dass sich Priklopil Geld ausborgte. Die Geldflüsse wurden nie genauer untersucht.
  • Schrieb H. Abschiedsbrief? Auffällig: Der karge Priklopil-Abschied mit dem Wort „Mama“ wurde analysiert, das Resultat: „Die Schreibweise gleicht Vergleichsschriften des Ernst H.“
  • Beweismaterial versteckt? Am Tag nach der Natascha-Flucht wird H. in Priklopils Haus angetroffen, als er ungehindert Gegenstände wegschafft. Er sagt: „Ich habe von Frau Priklopil eine Vollmacht erhalten.“
  • Umtriebige Schwester. Auffällig ist das Verhalten von H.s Schwester: Sie organisierte das Begräbnis, ließ Priklopil im Familiengrab beisetzen, überschrieb zwei Wohnungen von Priklopil, den sie nur flüchtig kannte, an H. Karl Kröll, Bruder des verstorbenen Hauptermittlers, sagt jetzt: „Ernst H. ist Mittäter im Fall Kampusch.“

Was noch dringend aufgeklärt werden muss
Schlampereien, Widersprüche, Pannen: Justiz und Polizei haben zahlreiche Verdachtsmomente im Fall Kampusch nicht ausreichend geprüft. Das sind die brennendsten Fragen:

  • Warum wurde Zeugin Ischtar A. nie ernst genommen? Sie ist die einzige Augenzeugin im Fall Natascha, blieb stets bei ihrer Version, zwei Männer bei der Entführung beobachtet zu haben. Ihre Aussagen wurden unter den Teppich gekehrt.
  • Hat sich Priklopil umgebracht? Neue Akten belegen, dass Priklopil möglicherweise nicht Selbstmord verübt hat. Die von der Polizei erstellten Fotos des Toten zeigen eine fast unversehrte Leiche mit nahezu abgetrenntem Kopf. Priklopil könnte umgebracht und später tot auf die Gleise gelegt worden sein.
  • Wurde Beweismaterial im Haus Priklopil weggeschafft? Entführer Priklopil hatte in seinem Haus zwei Internet-Anschlüsse. Die Spurensicherer fanden aber keine Computer. Wurde wichtiges Beweismaterial knapp davor oder sogar währenddessen (durch Ernst H.?) weggeschafft?
  • Warum wurden Untersuchungen nicht genehmigt? Im Garten des Priklopil-Hauses wurden in einem vergrabenen Boiler Kleiderreste und ein Wollfaden entdeckt. Im Erdreich orteten Techniker eine Betonwand. Untersuchungen wurden nie genehmigt.
  • Warum wurde zweite Zeugin ignoriert? Die zweite Zeugin Bettina H. sah am Tag der Entführung zuerst einen weißen Kastenwagen mit abgedunkelten Fenstern und schwarzem Buckel, später sah sie Natascha und grüßte sie. Dann war Natascha verschwunden. Bettina H. wurde jedoch nie genau befragt.

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Autor: (prj)
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