Achtung
Ätna-Ausbruch auf Sizilien: Diese Gefahren drohen Urlaubern jetzt
Glühende Lavaströme erhellen den Nachthimmel und verwandeln den Ätna in ein spektakuläres Naturschauspiel. Für Zehntausende Urlauber wird der Vulkanausbruch jedoch zur Geduldsprobe: Während Reisende am Flughafen mit Einschränkungen und Verspätungen kämpfen, zieht das Naturspektakel zugleich Schaulustige und Vulkanfans an. Was Reisende jetzt unbedingt wissen müssen:
Die aktuelle Lage
Seit Anfang August 2026 ist der Gigant auf Sizilien wieder aktiv. Aus zwei Schloten in 2.360 und 2.750 Metern Höhe dringen nach Angaben des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) mächtige Lavaströme an die Oberfläche. Doch nicht die Lava ist das Problem für Touristen, sondern das, was in die Luft geschleudert wird: Große Mengen an Gesteinsbrocken und vor allem feine Vulkanasche regnen auf die Umgebung herab.
Die gute Nachricht: Die Lavaströme bewegen sich im unbewohnten Gipfelbereich. Für die Ortschaften am Fuße des Berges besteht laut Experten keine unmittelbare Gefahr.
Flugchaos in Catania: Nichts geht mehr
Für die Luftfahrt gilt jedoch Warnstufe Rot. Die Aschewolken machen Starts und Landungen rund um den Ätna zu gefährlich für Flugzeuge. Die Folge ist ein massives Flugchaos mitten in der sommerlichen Hochsaison:
Flughafen-Sperrungen: Der wichtige Airport Catania-Fontanarossa musste seinen Betrieb einschränken und ist immer wieder komplett gesperrt. Laut jüngsten Ankündigungen bis in die frühen Morgenstunden am Samstag.
Massenhaft Ausfälle: Allein in der ersten Woche des Ausbruchs wurden weit über 700 Flüge gestrichen. Das entspricht zeitweise fast 40 Prozent aller Verbindungen.
Zehntausende gestrandet: Über 30.000 Urlauber sitzen auf der Insel fest oder müssen endlose Umwege in Kauf nehmen. Der wirtschaftliche Schaden für den Tourismussektor wird bereits auf 12 bis 24 Millionen Euro geschätzt.
Ausweichrouten: So kommen Touristen noch weg
Viele Airlines weichen auf andere Flughäfen der Insel aus. Hunderte Flüge wurden bereits an die Flughäfen Palermo, Trapani und Comiso umgeleitet. Das sorgt dort allerdings für die nächsten Engpässe, da Busse und Züge, die die Passagiere quer über die Insel transportieren sollen, völlig überlastet sind. Gewerkschaften fordern daher bereits zusätzliches Personal und mehr Bodentransporte, um die Krise bewältigen zu können.
Das müssen Urlauber jetzt tun
Wenn Sie gerade auf Sizilien sind oder in den nächsten Tagen dorthin fliegen möchten, sollten Sie folgende Dinge beachten:
- Nicht blind zum Flughafen fahren: Die Flughafenbetreiber warnen eindringlich davor, sich auf gut Glück zum Airport Catania zu begeben.
- Flugstatus checken: Kontaktieren Sie vor der Abfahrt unbedingt Ihre Airline und prüfen Sie den aktuellen Status Ihres Fluges. Änderungen können extrem kurzfristig erfolgen.
- Mietwagen & Zug nutzen: Falls Ihr Flug nach Palermo umgeleitet wird, planen Sie ausreichend Zeit für den Transfer ein (die Fahrt von Catania nach Palermo dauert gut zweieinhalb Stunden). Nutzen Sie Zugverbindungen, falls die Reisebusse ausgebucht sind.
- Schutz vor Asche: In Catania und Umgebung legt sich ein feiner, grauer Staub auf Autos und Häuser. Wer empfindliche Augen oder Atemwege hat, sollte eine Sonnenbrille und gegebenenfalls eine FFP2-Maske bereithalten, wenn der Ascheregen einsetzt.
Wann sich der Ätna wieder beruhigt, können selbst erfahrene Vulkanologen derzeit nicht vorhersagen. Bis dahin gilt für alle Sizilien-Reisenden: Flexibilität, Geduld und stets ein Auge auf den eigenen Flugstatus haben.
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