1 Million Tonnen

Angst vor massivem Felssturz in Bayern

Klarer Bergsee mit Spiegelung der Gipfel im Oytal, Allgäuer Alpen, unter blauem Himmel.
© ullstein bild via Getty Images
Seit zwölf Jahren beobachten Forscher der TU München den Hochvogel. Ein riesiger Spalt zieht sich durch den Gipfel, und im schlimmsten Fall könnten bis zu 400.000 Kubikmeter Gestein abbrechen.
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Mittlerweile überwachen 30 Sensoren die Bewegungen am Hochvogel. Zusätzlich kommen unter anderem eine Drohne mit Laserscanner zum Einsatz. So können die Forscher Veränderungen am Berg millimetergenau verfolgen.

Ständige Beobachtung am Berg

Seit 2018 wird der Berg kontinuierlich überwacht, berichtet Johannes Leinauer von der TU München. Normalerweise öffnet sich der Spalt um etwa ein bis zwei Millimeter pro Monat. Bei Schneeschmelze, starken Niederschlägen oder Gewittern könne sich die Bewegung deutlich beschleunigen. Innerhalb einer Woche haben Leinauer und sein Team bereits 5 Millimeter Öffnung gemessen. "Das sagt uns, dass wir schon ziemlich nahe am Grenzgleichgewicht von dieser Masse sein müssen", sagte er gegenüber Merkur.de.

Gefahrenpunkt Spalt 6

Besonders aufmerksam beobachten die Forscher den sogenannten "Spalt 6". Am westlichen Teil des Gipfelbereichs gibt es neben dem großen Hauptspalt mehrere Nebenspalten, die sich unterschiedlich schnell öffnen. Spalt 6 weist dabei die schnellsten Bewegungen auf – dort wurden laut Leinauer auch die fünf Millimeter Öffnung bei einem starken Wetterereignis gemessen. Leinauer und sein Team gehen davon aus, dass ein möglicher Abbruch des Gipfelbereichs dort beginnen könnte.

Drohender massiver Felssturz

Bereits im Juni kam es zu einem Felssturz am Hochvogel. Rund 2.000 Kubikmeter Gestein lösten sich an der steilen Südwestflanke des Hochvogels. Der erwartete Abbruch im Gipfelbereich wäre allerdings eine ganz andere Größenordnung: Bis zu 400.000 Kubikmeter Gestein könnten sich lösen. Ein Kubikmeter Fels wiegt laut Leinauer etwa zweieinhalb Tonnen – damit könnte die Masse grob eine Million Tonnen betragen. Die mögliche Bruchfläche beschreibt Leinauer mit etwa 70 bis 80 Metern Höhe und rund 30 Metern Breite. Einen konkreten Zeitpunkt können die Forscher nicht nennen. Ein Abbruch im kommenden Jahr sei ebenso möglich wie in zwei, drei oder fünf Jahren.

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