Strände gesperrt
Bade-Schock in Spanien: Giftige Qualle verletzt 120 Menschen
Die Portugiesische Galeere sorgt im Sommer für Probleme an Spaniens Atlantikküste. Besonders betroffen ist das Baskenland: In San Sebastián mussten an einem einzigen Tag rund 120 Menschen nach Begegnungen mit dem Meerestier medizinisch behandelt werden.
Die Stiche der Portugiesischen Galeere gelten als äußerst schmerzhaft. Das Tier ist zudem gar keine einzelne Qualle, sondern eine Kolonie verschiedener Organismen.
Besonders tückisch sind die langen Tentakel. Sie können bis zu 50 Meter lang werden und im Wasser weit entfernt von der auffälligen blau-violetten Schwimmblase treiben. Badegäste können deshalb mit den giftigen Tentakeln in Kontakt kommen, ohne das Tier überhaupt zu sehen.
Auch tote Tiere bleiben gefährlich
Nach einem Kontakt kann es zu starken Schmerzen, Hautreizungen und roten Striemen kommen. Bei schweren Reaktionen sind unter anderem Muskelkrämpfe, Schwindel, Erbrechen und Herzrasen möglich. In besonders schweren Fällen können Atemproblebleme oder Schockzustände auftreten.
Auch angeschwemmte Exemplare sollten keinesfalls angegriffen werden. Die giftigen Tentakel können auch dann noch gefährlich sein, wenn die Portugiesische Galeere bereits tot ist.
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Nicht jede Qualle ist gefährlich
Die Portugiesische Galeere ist an Spaniens Küsten eher selten. Andere Quallenarten kommen im Mittelmeer deutlich häufiger vor.
Viele davon sind für Menschen völlig harmlos, andere können zumindest schmerzhafte Stiche verursachen. Dazu zählen etwa die Leuchtqualle, die für einen Großteil der besonders schmerzhaften Quallenstiche im Mittelmeer verantwortlich ist, sowie die Kompassqualle. Die Spiegeleiqualle und die Ohrenqualle gelten dagegen als weitgehend ungefährlich.
Was tun bei einem Quallenstich?
Wer gestochen wurde, sollte die betroffene Haut zunächst mit Meerwasser abspülen. Süßwasser sollte vermieden werden, da dadurch weitere Giftkapseln aktiviert werden können.
Verbleibende Tentakel sollten vorsichtig entfernt werden – etwa mit einer Pinzette oder einer Karte und möglichst mit Handschuhen. Bei starken Schmerzen, Atemproblemen, Schwindel, Erbrechen oder Kreislaufbeschwerden sollte sofort medizinische Hilfe gesucht werden.
App zeigt aktuelle Quallen-Sichtungen
Wer in Spanien Urlaub macht, kann sich zudem vor dem Sprung ins Wasser über aktuelle Sichtungen informieren. Die kostenlose MedusApp zeigt auf einer interaktiven Karte, an welchen Stränden Quallen gemeldet wurden und um welche Arten es sich handelt.
Badegäste können selbst Sichtungen melden und Fotos hochladen. Seit dem Start der App wurden nach Angaben der Universität Alicante bereits Millionen Quallen-Sichtungen erfasst.
Für Urlauber gilt deshalb derzeit besonders: Vor dem Baden informieren – und bei Quallen im Wasser lieber Abstand halten.
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