Tanzeinlage

Belgien-Stars verhöhnen Trump

Belgischer Fußballspieler jubelt mit den Händen an den Ohren im Trikot während eines Spiels.
© EPA
Die USA sind bei der Heim-WM draußen, die von US-Präsident Donald Trump zusätzlich befeuerte Pathos-Party hat ein jähes Ende gefunden.
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Der Skandal bleibt. Belgien feierte währenddessen den Doppel-Torschützen "König Charles" De Ketelaere und stichelte nach dem 4:1-Erfolg im Achtelfinale auf X in Richtung Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino. "Macht das mal rückgängig", postete der Verband zu einem Bild von Romelu Lukaku, der in der 93. Minute den Endstand fixierte.

Viele deuteten das als Anspielung auf Trump, der mit einem Anruf bei Infantino um eine Überprüfung der Rot-Sperre von Folarin Balogun gebeten hatte. Der Anruf und die daraufhin tatsächlich aufgehobene Sperre des US-Stürmers hatten für große Empörung gesorgt.

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Highlights: Portugal vs. Spanien


© ORF


Torjubel mit "Trump-Dance"

Lukaku und Co. hatten schon während des Spiels auf dem Platz mit einer kleinen Showeinlage den Takt vorgegeben. Nach dem vierten Treffer führten sie beim Torjubel einen Tanz auf, der nach dem berühmten "Trump-Dance" aussah und deshalb durchaus als Imitation des US-Präsidenten verstanden werden konnte. In den sozialen Medien verbreitete sich der Clip, teils mit Musik unterlegt, auf zahlreichen Kanälen.

Zudem griffen etliche Internet-Memes den belgischen Sieg humorvoll auf. Schon vor der Partie hatte es in sozialen Medien viele hämische Beiträge zum besagten Trump-Anruf gegeben. Besonders oft geteilt wurde dabei ein KI-Video, das Balogun im Streitgespräch mit einem Schiedsrichter zeigt, der ihn gerade über die Rote Karte informiert. "Nein, Bruder, ich habe die Trump-Karte - ich gewinne", antwortet Balogun im Video. Für den schwer in der Kritik stehenden Infantino dürfte das Thema längst nicht beendet sein. Schon vor dem Anpfiff war die Welle der Empörung so groß wie selten zuvor.

Die Leidtragenden waren am Ende vor allem die US-Profis um Balogun, die völlig verunsichert wirkten. Kapitän Tim Ream über Tyler Adams bis zu Balogun selbst versicherten in ihren Interviews, der Skandal und der beispiellose mediale Rummel über eineinhalb Tage habe keinerlei Auswirkung auf die Leistung gehabt. Auf dem Rasen sah das anders aus. Die USA waren im Vergleich zu ihren bisherigen Auftritten schlicht nicht wiederzuerkennen. Vor 66.925 Fans in Seattle bekamen die USA aufgezeigt, wie weit sie tatsächlich von der Weltspitze entfernt sind.

Zwei Tore von "König Charles"

Ein Freistoßtor von Malik Tillman (31.) war viel zu wenig, denn Belgien zeigte seine beste Leistung im Turnier. Nach zwei Toren von Charles De Ketelaere (9., 33.) sowie Treffern von Hans Vanaken (57.) und Lukaku (93.) wartet nun im Viertelfinale am Freitag (21.00 Uhr MESZ) in Inglewood bei Los Angeles Europameister Spanien auf die Belgier. De Ketelaere hatte in den bisherigen WM-Spielen durchweg enttäuscht und wurde aus dem Nichts zu "König Charles".

Belgien darf nach einer reifen Leistung weiter auf den ganz großen Wurf hoffen, nachdem die WM beim 3:2 nach 0:2-Rückstand im Sechzehntelfinale gegen Senegal eine Runde zuvor schon beendet schien. Teamchef Rudi Garcia hatte in Seattle komplett auf den langjährigen Star Kevin De Bruyne verzichtet. Mit De Ketelaere, Nicolas Raskin und Hans Vanaken führten andere Protagonisten das Team ins Viertelfinale. "Eine schwarze Wolke über dem Abend" (Garcia) war lediglich die schwere Verletzung von Mittelfeldspieler Amadou Onana.

Balogun zeigte Größe

Der Furor der Belgier über die Vorgangsweise im Vorfeld richtete sich ausschließlich gegen die FIFA-Funktionäre um Präsident Infantino, der zwar im Stadion live dabei war, aber diesmal nicht auf den großen Videoleinwänden eingeblendet wurde, und nicht gegen Balogun. Der US-Stürmer unterhielt sich nach dem Spiel mit Garcia. "Er kam zu mir, das hat mir gefallen. Er ist nicht schuld. Er hat nichts falsch gemacht. Ich schätze ihn", sagte Garcia über die Unterredung auf dem Rasen.

Balogun zeigte auch danach Größe. Der 25-Jährige zögerte in der Interviewzone von Seattle keine Sekunde, blieb vor dem riesigen Pulk an Reportern stehen und stellte sich den Fragen der versammelten Weltpresse. Gemessen daran, wie viel auf Balogun innerhalb kurzer Zeit eingeprasselt war, wirkte der Stürmer von AS Monaco erstaunlich reflektiert und besonnen. "Heute haben wir den Fans nicht viel gegeben, über das sie hätten jubeln können", sagte Balogun.

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