Bis Ende 2027

Beliebtes Freibad in Wien gesperrt

Luftaufnahme des Jörgerbads mit Schwimmbecken, Garten und umgebenden Gebäuden in Wien.
© MA 44
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Wer in Hernals wohnt und heuer schwimmen gehen möchte, muss auf andere Bezirke ausweichen. Das historische Jörgerbad hat seit heute wegen einer umfassenden Sanierung komplett geschlossen. Sowohl das Hallenbad als auch das Freibad bleiben voraussichtlich bis Ende des Jahres 2027 außer Betrieb, wie der "ORF" berichtet.

Freibad wird als Baustelle genützt

Pünktlich zum Beginn der Sommerferien gibt es im Bezirk kein geöffnetes Schwimmbad mehr. Weil auch das private Bad Neuwaldegg nach wie vor geschlossen bleibt, stehen die Hernalser Badegäste vor verschlossenen Toren. Für die Anlage in Neuwaldegg wird aktuell noch ein neuer Betreiber gesucht. Dass die Sanierung des Jörgerbads genau jetzt in die heiße Jahreszeit fällt, hat logistische Gründe. Die Modernisierung betrifft zwar hauptsächlich das Hallenbad, allerdings wird das Areal des Freibads für die Einrichtung der Baustelle benötigt. Eine weitere Verschiebung der Arbeiten war aufgrund der langfristigen Planung und der Budgetierung nicht möglich. "Die Schließung während der Badesaison konnte nicht vermieden werden", erklärte Martin Kotinsky von der MA 44. gegenüber dem "ORF".

Millioneninvestition in moderne Technik

Hallenbad mit historischem Flair, großen Fenstern, blauen Geländern und einem Becken im Jörgerbad.
Das Jörgerbad wurde zwischen 1912 und 1914 als Wannen-, Dampf- und Hallenschwimmbad erbaut. © Votava / PID

Für das Großprojekt wird viel Geld in die Hand genommen. Die Stadt investiert laut eigenen Angaben rund 5,25 Millionen Euro in das Bad. In den kommenden Jahren werden unter anderem die gesamte Badewassertechnik sowie die Lüftungsanlagen erneuert. Damit sollen umfangreiche Energiesparmaßnahmen umgesetzt werden. Vorgesehen sind außerdem die Instandsetzung der Dachkonstruktion, die Erneuerung der Holzschalung an der Schwimmhallendecke und ein neues Raumnutzungskonzept für das zweite Obergeschoß.

Auch die Sanitäranlagen und der Beckenumgang bekommen eine Modernisierung. Die letzte Generalsanierung liegt lange zurück und erfolgte zwischen 1968 und 1978, seither wurden nur kleinere Arbeiten durchgeführt.

Ausweichen in die Nachbarbezirke

Die zuständige Magistratsabteilung sieht in der Situation kein außergewöhnliches Problem. Hernals sei nicht der einzige Bezirk ohne eigenes Schwimmbad. Die Stadt verweist Badegäste auf das Angebot in den umliegenden Regionen, da die Wiener Bäder bezirksübergreifend zu betrachten seien. Als konkrete Ausweichmöglichkeiten werden das Kongreßbad, das Schafbergbad sowie das Ottakringer und das Döblinger Bad genannt.

Normalerweise nutzen rund 40.000 bis 45.000 Menschen das Jörgerbad pro Sommersaison inklusive der Schwimmhalle. Eine deutlich höhere Auslastung der anderen Bäder erwartet die Stadt jedoch nicht. Zusätzliche Maßnahmen wie verlängerte Öffnungszeiten oder mehr Personal bei den umliegenden Standorten sind daher nicht vorgesehen. Nach dem Abschluss der Arbeiten im Jahr 2027 sollen die Besucherinnen und Besucher von funktionellen Verbesserungen und einer modernisierten Technik profitieren.

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