In Deutschland

Deko-Kette Depot schließt 66 Filialen

Eine von rund 500 Depot-Filialen
© CC BY-SA 4.0
Die auch in Österreich vertretene deutsche Deko-Kette Depot schließt im Zuge des laufenden Insolvenzverfahrens 66 Filialen in Deutschland. Das Unternehmen veröffentlichte auf seiner Internetseite eine entsprechende Liste.
OE24 auf Google bevorzugen

"Es geht wirtschaftlich leider nicht anders. Wir können nur Läden betreiben, die rentabel sind", sagte Depot-Geschäftsführer Christian Gries der Deutschen Presse-Agentur.

Betroffen sind unter anderem Geschäfte in Berlin, Bonn, Braunschweig, Bremen, Dresden, Erfurt, Hamburg, Karlsruhe, Leipzig, Magdeburg, München und Stuttgart. Die meisten sollen nach dem Räumungsverkauf bis Ende Juli schließen, einige sind bereits geschlossen.

In Österreich hat Depot sein Filialnetz nach der Insolvenz 2024 auf rund 30 Geschäfte ausgedünnt. Standorte aus Österreich finden sich nicht auf der Schließungsliste.

Geschäftsführer nennt drei Gründe für Insolvenz

Das Einzelhandelsunternehmen mit Sitz im unterfränkischen Großostheim war kürzlich erneut in finanzielle Schieflage geraten. Im Mai beantragte die GDC Deutschland GmbH beim Amtsgericht Aschaffenburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung.

Als Gründe nannte Gries Zölle, die zunehmende Online-Konkurrenz durch Plattformen wie Temu sowie die Kaufzurückhaltung der Verbraucher: "Es ist eine schwierige Zeit für den Handel. Viele Kunden schauen stark auf die Preise."

Depot betrieb vor einigen Jahren noch rund 400 Geschäfte. Während und nach der Corona-Pandemie kämpfte die Kette mit Schwierigkeiten. Schon 2024 meldete das Unternehmen Insolvenz in Eigenverwaltung an. Daraufhin schrumpfte das Filialnetz drastisch auf noch gut 150 Geschäfte. Im Zuge dessen verloren bereits viele Beschäftigte ihren Job.

Kritische Lage im Einzelhandel

Der Einzelhandel steht wegen der schwachen Konsumstimmung und des wachsenden Onlinehandels unter Druck. Jeder sechste Händler in Deutschland fürchtet laut Ifo-Institut inzwischen um die Existenz. Im April schätzten 17,4 Prozent der Unternehmen ihre Lage als existenzbedrohend ein, ein Rekordwert.

Neben Depot meldeten auch der Non-Food-Discounter Mäc Geiz und die Baumarktkette Hellweg kürzlich Insolvenz an. Die auf Raumausstattung und Heimtextilien spezialisierte Kette Hammer schloss im Mai ihre letzten Filialen.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden