Transit-Aufreger

Deutsche wettern über "Brenner-Sauerei"

Luftaufnahme der Europabrücke auf der Brennerautobahn in Tirol mit umliegender Berglandschaft.
© APA/EXPA/ JOHANN GRODER
Die Sommerreisewelle sorgt einmal mehr für Spannungen rund um den Brenner.
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In der deutschen BILD ist bereits von einer "Brenner-Sauerei" die Rede – Grund sind die erwarteten kilometerlangen Staus und die zusätzlichen Mautkosten für Urlauber auf dem Weg nach Italien. Wie die BILD vorrechnet, müssen deutsche Touristen insgesamt 45 Euro für die Hin- und Rückreise zahlen. Doch die scharfe Kritik greift nach Ansicht vieler Beobachter zu kurz.

Zwei Verkehrsschilder an der Grenze zu Österreich mit Tempolimits und Mautinformationen.
Die BILD macht Stimmung gegen die Maut in Österreich © Bild

Tatsächlich ist die Brennerautobahn durch die laufende Sanierung der Luegbrücke derzeit ein Nadelöhr. An besonders reisestarken Wochenenden müssen Autofahrer mit erheblichen Verzögerungen rechnen. Die ASFINAG warnt bereits vor starkem Verkehrsaufkommen, nachdem allein im ersten Halbjahr rund 6,5 Millionen Fahrzeuge die Brenner-Mautstelle passierten.

Transit-Belastung

Österreich verweist jedoch auf die Ursachen des Problems. Tirol kämpft seit Jahren mit dem enormen Transitverkehr, der Anwohner durch Lärm, Abgase und Staus belastet. Innenminister Gerhard Karner warb deshalb gegenüber der BILD um Verständnis: Die Maßnahmen dienten vor allem dem Schutz der Tiroler Bevölkerung, die unter dem Verkehrsaufkommen "sehr, sehr" leide. Gleichzeitig betonte er, die Polizei werde alles unternehmen, um Verkehrsbehinderungen so gering wie möglich zu halten.

Kritiker bemängeln dennoch, dass Urlauber und Transportunternehmen die Folgen der Baustelle besonders stark zu spüren bekommen. Gleichzeitig zeigt die Debatte aber auch ein grundsätzliches Problem: Die Brennerroute zählt zu den wichtigsten Nord-Süd-Achsen Europas und stößt seit Jahren an ihre Kapazitätsgrenzen. Solange es keine leistungsfähigen Alternativen gibt, dürften Staus – insbesondere in der Ferienzeit – kaum zu vermeiden sein.

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