Premiere
Erste Roboter-Bypass-Operationen in OÖ durchgeführt
Linz. Am Kepler Universitätsklinikum (KUK) in Linz sind erstmals zwei Bypass-Operationen mit Unterstützung eines Operationsroboters durchgeführt worden. Bislang wurde diese Methode in Österreich nur an der Klinik Floridsdorf eingesetzt. Das Operationsteam rund um den Leiter der Thoraxchirurgie, Andreas Zierer, sieht darin einen wichtigen Schritt für die Weiterentwicklung der Herzchirurgie.
Patienten erholen sich schneller
Im Gegensatz zu herkömmlichen Herzoperationen muss bei der roboterassistierten Methode das Brustbein nicht durchtrennt werden. Zudem kann auf den Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine verzichtet werden. Dadurch sinkt das Risiko für Komplikationen wie Knocheninfektionen oder Störungen der Blutgerinnung. Gleichzeitig erholen sich die Patientinnen und Patienten schneller, wodurch sich die Dauer des Krankenhausaufenthalts etwa halbieren kann.
Der Roboter ermöglicht dem Operateur präzisere Bewegungen im Körperinneren als die klassische Schlüssellochchirurgie. Gesteuert wird das System von einer Konsole aus. Derzeit dürfen in Europa nur Bypass-Operationen auf diese Weise durchgeführt werden. Mit der Zulassung neuer Systeme könnten künftig auch Herzklappenoperationen roboterassistiert erfolgen.
800 Herzoperationen jährlich in OÖ möglich
Nach Einschätzung von Andreas Zierer könnte langfristig rund die Hälfte der jährlich etwa 1.600 Herzoperationen in Oberösterreich mit dieser Technik durchgeführt werden. Am KUK steht derzeit ein DaVinci-Roboter zur Verfügung, der der Herzchirurgie einmal pro Monat genutzt werden kann. Die Anschaffungskosten eines solchen Systems liegen bei rund zwei bis 2,5 Millionen Euro.
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