Das änderte alles
Experte: Darum eskaliert Trump im Iran
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran spitzt sich erneut gefährlich zu. Nachdem iranische Kräfte zuletzt mehrfach Handelsschiffe in der strategisch wichtigen Straße von Hormus angegriffen haben sollen, reagierte Washington mit einer neuen Seeblockade und verstärkten Luftangriffen auf Ziele im Iran. Experten sehen darin den Beginn einer neuen Eskalationsstufe – und vermuten, dass auch persönliche Motive von US-Präsident Donald Trump eine Rolle spielen könnten.
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Im RONZHEIMER-Podcast erklärte der Terrorismus- und Nahostexperte Peter Neumann vom King's College London, Trump habe in den vergangenen Tagen offenbar erkannt, dass er selbst Ziel eines iranischen Mordkomplotts sein könnte. "Ich glaube, dass in den letzten Tagen bei Donald Trump etwas passiert ist: Die Realisierung oder die Erkenntnis, dass der Iran wahrscheinlich versucht, ihn umzubringen", sagte Neumann. "Das ist – ganz krass gesagt – das, was bei ihm angekommen ist."
Mord-Komplott
Die Spannungen zwischen Washington und Teheran hatten sich bereits nach der Tötung des iranischen Revolutionsführers Ali Chamenei durch die USA und Israel massiv verschärft. Seither kündigten Vertreter des iranischen Regimes wiederholt Vergeltung an. Bei Trauerveranstaltungen in Teheran wurden Plakate mit der Aufschrift "Kill Trump" gezeigt. Gleichzeitig verdichteten sich nach Angaben Neumanns Hinweise des israelischen Geheimdienstes Mossad auf konkrete Anschlagspläne gegen den US-Präsidenten. Aus Sicherheitsgründen habe Trump nach dem Ankara-Gipfel sogar kurzfristig das für den Rückflug vorgesehene Flugzeug gewechselt. "Der Grund dafür waren offensichtlich Hinweise des Mossad, die gesagt haben: Da könnte was passieren, dieses Flugzeug ist nicht gut genug geschützt", erklärte Neumann.
Neben den persönlichen Bedrohungen stehen jedoch vor allem strategische Interessen im Mittelpunkt. Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtswegen der Welt, über die ein erheblicher Teil der globalen Öl- und Gasexporte transportiert wird. Mit Angriffen auf Handelsschiffe versucht der Iran nach Einschätzung westlicher Beobachter, den Druck auf die internationale Gemeinschaft zu erhöhen und sich einen politischen Hebel zu verschaffen. Die USA wollen dagegen die freie Schifffahrt sichern und verhindern, dass Teheran die Meerenge als Druckmittel einsetzt.
Eine groß angelegte Bodenoffensive der USA hält Neumann derzeit für unwahrscheinlich, da dafür umfangreiche Truppenverlegungen nötig wären. Er rechnet jedoch mit einer weiteren Intensivierung der Luftangriffe. Denkbar seien auch Attacken auf "Ölanlagen, auf Infrastruktur – also auf Dinge, die nicht unbedingt rein militärisch sind", sagte der Nahost-Experte im RONZHEIMER-Podcast. Damit könnte der Konflikt weiter eskalieren, ohne dass es zunächst zu einem direkten Bodeneinsatz amerikanischer Truppen kommt.
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