Finger weg!

Warum dieser Stoff im Gel-Nagellack jetzt verboten ist

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In Großbritannien dürfen bestimmte Gel-Nagellacke mit einem umstrittenen Inhaltsstoff nicht mehr verkauft werden. Der Grund: TPO steht im Verdacht, das Hormonsystem und die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen.
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Seit dem 15. August dürfen Hersteller und Händler in England, Schottland und Wales keine kosmetischen Produkte mit TPO mehr verkaufen. Die Abkürzung steht für einen Stoff, der bei Gel-Nagellacken als Photoinitiator eingesetzt wird und unter UV- oder LED-Licht die Aushärtung ermöglicht.

Betroffen sind vor allem Menschen, die ihre Gelnägel regelmäßig im Nagelstudio oder zu Hause unter einer UV-Lampe aushärten. Großbritannien folgt damit dem Kurs der Europäischen Union. Auch dort ist die Verwendung von TPO in kosmetischen Produkten bereits verboten.

Nagelstudios dürfen Restbestände noch verwenden

Ganz sofort müssen die Produkte allerdings nicht aus allen Studios verschwinden.

Nagelstudios dürfen ihre bereits vorhandenen Bestände weiterhin verwenden. Einzelhändler können ihre Restbestände noch bis zum 14. Februar 2027 verkaufen. Danach soll das vollständige Kaufverbot für die Kosmetikindustrie greifen.

Für Kundinnen bedeutet das: Wer weiterhin Gel-Nägel machen lässt, sollte genau darauf achten, welche Produkte im Studio verwendet werden.

Warum ist TPO umstritten?

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Hinter dem Verbot stehen wissenschaftliche Bedenken. TPO steht im Verdacht, das Hormonsystem zu beeinflussen und die menschliche Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen.

Gerade weil der Stoff bei regelmäßigen kosmetischen Anwendungen immer wieder zum Einsatz kommen kann, haben Behörden die Verwendung in Nagelprodukten eingeschränkt.

Zusätzliche Aufmerksamkeit gilt der UV-Strahlung, die beim Aushärten der Gelnägel eingesetzt wird. Mediziner weisen darauf hin, dass auch häufige UV-Anwendungen Risiken mit sich bringen können.

Warum Zahnärzte TPO trotzdem verwenden dürfen

Kurios: Während TPO aus Kosmetikprodukten verschwindet, ist der Stoff in bestimmten medizinischen Bereichen weiterhin erlaubt.

In der Zahnmedizin wird TPO in geringen Mengen unter anderem als Photostarter eingesetzt – etwa bei Zahnfüllungen, Versiegelungen und bestimmten Bleaching-Behandlungen.

Diese unterschiedliche Behandlung sorgt für Kritik. Branchenvertreter stellen die verschiedenen Standards infrage. Berufsverbände verweisen dagegen darauf, dass in der Zahnmedizin nur sehr geringe Mengen eingesetzt werden und dort besondere klinische Sicherheitsstandards gelten.

Was Verbraucher jetzt beachten sollten

Wer regelmäßig Gelnägel trägt, sollte sich informieren, welche Inhaltsstoffe in den verwendeten Produkten stecken. Experten empfehlen zudem, bei UV-Produkten auf Schutzmaßnahmen zu achten und geprüfte Markenprodukte zu verwenden.

Das britische Verbot richtet sich zunächst gegen TPO in kosmetischen Produkten. Es bedeutet daher nicht, dass Gelnägel generell verboten werden. Für Nagel-Fans lohnt sich aber künftig ein genauerer Blick auf das Kleingedruckte: Entscheidend ist, ob das verwendete Produkt den umstrittenen Stoff enthält.

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