Ibiza-Routen
Flüge nach Ibiza gelten plötzlich als Hochrisiko-Trip - das ist der Grund
Die Party beginnt für manche Urlauber offenbar nicht erst im Club, sondern bereits am Gate. Ein Bier vor dem Abflug, der nächste Drink in der Flughafenbar und an Bord wird mit Prosecco oder Wodka weitergefeiert. Besonders Verbindungen nach Ibiza oder auf beliebte griechische Partyinseln gelten bei einigen Fluggesellschaften inzwischen als echte Hochrisikoflüge.
Denn während die meisten Passagiere einfach entspannt in den Urlaub starten möchten, sorgen betrunkene Reisende regelmäßig für Pöbeleien und sogar körperliche Übergriffe. Flugbegleiter berichten von einer zunehmenden Aggressivität an Bord – und davon, dass schlechtes Benehmen längst kein Ausnahmefall mehr ist.
Party beginnt schon am Flughafen
Ein Hauptgrund für die Eskalationen ist Alkohol. Gerade bei frühen Urlaubsflügen beginnen manche Gruppen bereits am Flughafen zu trinken. Verspätet sich der Abflug, bleibt noch mehr Zeit für weitere Runden an der Bar.
Besonders problematisch sind Flüge zu Destinationen, die für ihr Nachtleben bekannt sind. Ibiza steht dabei ganz oben auf der Liste. Auch Verbindungen zu einigen griechischen Inseln oder typischen Zielen für Junggesellenabschiede gelten als auffällig.
Die Stimmung ist oft schon vor dem Boarding aufgeheizt: Große Reisegruppen tragen passende Shirts, hören Musik und feiern den Urlaubsbeginn. Was zunächst harmlos wirkt, kann in der engen Flugzeugkabine jedoch schnell kippen.
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Flugbegleiter werden beschimpft und angegriffen
Die britische Zeitung "The Guardian" sprach mit Mitarbeitern verschiedener Airlines über ihre Erfahrungen. Demnach reichen die Vorfälle von unhöflichen Beschwerden über unangemessene Annäherungsversuche bis hin zu körperlicher Gewalt.
Besonders häufig werden Anweisungen des Kabinenpersonals ignoriert. Passagiere weigern sich, sich anzuschnallen, stehen während des Starts auf oder konsumieren heimlich selbst mitgebrachten Alkohol. Wird ihnen kein weiterer Drink verkauft, reagieren manche gereizt oder aggressiv.
Auch andere Reisende werden belästigt. Laute Musik, Geschrei und rücksichtsloses Verhalten können dafür sorgen, dass der Urlaubsflug für die restliche Kabine zum Albtraum wird.
Airlines kontrollieren Taschen
Einige Fluggesellschaften greifen mittlerweile zu strengeren Maßnahmen. Taschen werden auf versteckten Alkohol kontrolliert, mitgebrachte Getränke können eingezogen werden. Hintergrund sind Fälle, in denen Passagiere Wasserflaschen mit Wodka oder anderen Spirituosen gefüllt hatten.
Auch der Alkoholausschank an Bord wird teilweise begrenzt. Manche Airlines verkaufen pro Passagier nur eine bestimmte Anzahl an Getränken. Ryanair-Chef Michael O’Leary forderte sogar ein Limit von zwei alkoholischen Drinks pro Bordkarte am Flughafen. Seine Begründung: Wer bereits vor dem Boarding stark alkoholisiert ist, kann während des Fluges zu einem erheblichen Sicherheitsrisiko werden.
Briten fallen besonders häufig (negativ) auf
Laut Berichten von Flugbegleitern sorgen besonders britische Urlauber immer wieder für alkoholbedingte Zwischenfälle. Auch auf Flügen aus Irland und Deutschland kommt es jedoch regelmäßig zu Problemen.
Dabei handelt es sich keineswegs ausschließlich um junge Partygruppen. Auch Familien, ältere Passagiere oder Geschäftsreisende können ausfällig werden. Auffällig sind dennoch vor allem Junggesellenabschiede und größere Gruppen, die den Flug bereits als Teil ihrer Feier betrachten.
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