Für 390.000 Euro

DIESES deutsche Dorf kann man bei Kleinanzeigen kaufen

Luftaufnahme eines kleinen Dorfes mit mehreren Gebäuden und umgebender Natur.
© Kleinanzeigen
Ein kurioses Angebot bei der Plattform "Kleinanzeigen": Dort wird ein ganzes Dorf zum Verkauf angeboten. Dafür wird ein Schnäppchenpreis verlangt.
OE24 auf Google bevorzugen

In der deutschen Ortschaft Kamsdorf sucht das ehemalige Jugenddorf der Maxhütte einen neuen Eigentümer, wie die "Bild" berichtet. Die Immobilie wird auf der Plattform "Kleinanzeigen" zu einem richtigen Schnäppchen angeboten. Verlangt wird 390.000 Euro.

Die Anlage in Thüringen ist rund 24.000 Quadratmeter groß. Auf dem Gelände befinden sich fünfzehn eingeschossige Gebäude aus massiver Steinbauweise mit jeweils rund 100 Quadratmetern Grundfläche. Zusätzlich gibt es ein zentrales Hauptgebäude mit einem ehemaligen Speisesaal von über 300 Quadratmetern. Das Gelände verfügt über einen Strom- und Trinkwasseranschluss. Die Entwässerung geschieht derzeit noch über eine Sammelgrube. Alle Immobilien sind entkernt.

Luftaufnahme eines kleinen Dorfes mit mehreren Gebäuden und viel umgebender Natur.
© Kleinanzeigen

Keine Bestandsschutz

Das Gelände wirkt schon jetzt wie ein kleines Dorf. Auf diesen Charme setzt der Verkäufer Franz Eberitsch. Der selbstständige Gartenbau- und Landschaftspfleger hatte das riesige Gelände 2014 günstig ersteigert. Gegenüber der "Bild" erklärt er: "Wir hatten die Vorstellung, dass wir uns das schön herrichten, gingen davon aus, dass es Wohngenehmigungen gibt."

Leerer, nicht renovierter Raum mit Türöffnung und unverputzten Steinwänden.
© Kleinanzeigen

Jedoch wurde daraus nichts. Die Gebäude haben keinen gesicherten Bestandsschutz. Eberistch sagt: "Das Landratsamt in Saalfeld ist nicht bereit, das Gelände für dauerhaftes Wohnen auszuweisen." Laut dem Landratsamt liegt die Anlage im Außenbereich, wodurch ein Bebauungsplan für die Immobilie fehlt. Der 36-Jährige kritisiert die Entscheidung: "Die Anlage liegt gerade mal 200 Meter vom Zentrum in Kamsdorf entfernt. Wir reden in Deutschland doch über Reformen. Es ist einfach so schwierig, hierzulande neue Projekte umzusetzen."

Verlassener, enger Flur mit rohen Backsteinwänden und offenen Türdurchgängen.
© Kleinanzeigen

Gemeinde offen gegenüber guten Ideen

Wie der Verkäufer angibt, steht die Gemeinde offen guten Nutzungsideen gegenüber. Aber dies muss der Käufer erst mit den Behörden klären. Eberitsch weiter: "Ob durch einen Investor, eine Gemeinschaft oder jemanden mit einer außergewöhnlichen Idee. Entscheidend ist für mich, dass dieses kleine Dorf wieder lebt."

Einige Ideen hat der Verkäufer schon: "Ein modernes Lebensdorf, ein Gesundheits- und Regenerationsort, ein Mehrgenerationenprojekt oder ein Rückzugsort für Menschen, die Natur, Gemeinschaft und ein anderes Lebensmodell suchen."

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden