Bruck/Leitha

Helden im Regenchaos: 400-mal im Einsatz

Zahlreiche Straßen wurden überflutet.
© BFKDO Bruck/Leitha
Der Himmel über dem Bezirk Bruck an der Leitha wird zum Kriegsschauplatz der Naturgewalten – und mittendrin: unsere Helden in Rot. 321 Feuerwehrmitglieder stellen sich am Donnerstagabend einem Gewitter entgegen, das binnen Minuten ganze Ortschaften unter Wasser setzt. Rund 400 Einsätze, ein Marathon bis weit nach Mitternacht.
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Die Naturgewalt kennt kein Erbarmen: Überschwemmte Straßen, vollgelaufene Keller, entwurzelte Bäume, abgedeckte Dächer. In Schwadorf trifft es die Menschen besonders hart – Häuser verlieren ihre Dächer, Strommasten knicken wie Streichhölzer. Doch wo andere fliehen, rücken unsere Helden aus.

Rettung. 13 Mal heißt es: Menschen in Gefahr. In Haslau an der Donau müssen Feuerwehrleute Personen aus einem eingeschlossenen Fahrzeug befreien. In Maria Ellend stürzt ein Baum direkt auf ein Wohnhaus – die Einsatzkräfte sind zur Stelle. Jede Sekunde zählt, jeder Handgriff sitzt.

Die Wucht der Ereignisse zwingt sogar die Einsatzleitung zum Handeln: Der Bezirksführungsstab wird hochgefahren, um mehr als 200 gleichzeitige Einsatzstellen zu koordinieren. "Binnen kürzester Zeit wurden im Bezirk mehr als 200 Einsätze verzeichnet", berichtet Bezirksfeuerwehrkommandant Christian Edlinger – ein Satz, der die Dimension des Chaos erahnen lässt.

Zusammenhalt. Selbst die Betriebsfeuerwehr des Flughafens Wien-Schwechat schließt sich dem Großeinsatz an. Maschinen bleiben wegen der heftigen Regenfälle am Boden – doch am Boden geben unsere Helden alles. Erst um 0.30 Uhr können die letzten Einsatzkräfte durchatmen, die Arbeit für diese Nacht ist getan.

Auch am Freitag ist noch keine Ruhe: Nacharbeiten stehen an, Gerätschaften müssen gereinigt werden. Der Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos, Alexander Nittner, bringt es auf den Punkt: eine "besonders arbeitsreiche Nacht" für alle Beteiligten. Auch in Neunkirchen und Gänserndorf mussten Wehren vereinzelt ausrücken.

Solidarität. Während sich die Menschen im Bezirk Bruck an der Leitha in Sicherheit bringen, zeigt sich einmal mehr: Ohne den unermüdlichen Einsatz freiwilliger Helferinnen und Helfer wäre diese Nacht eine Katastrophe geworden. Auch im benachbarten Burgenland tobte eine Superzelle über Kittsee – dort mussten Menschen aus einem Supermarkt befreit werden, kaum ein Baum blieb verschont.

Fazit: Eine Nacht, die zeigt, wozu unsere Feuerwehren fähig sind – 321 Frauen und Männer, die ihre eigene Sicherheit hintanstellen, um anderen zu helfen. Applaus reicht da fast nicht aus.

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