4 Tonnen pro Jahr
Hundekot wiegt so viel wie neun Jumbojets
Was vorne hineingeht, kommt hinten nicht immer nur als Ärgernis heraus. Rund 60.000 registrierte Hunde leben in Wien und produzieren gemeinsam geschätzte 3.960 Tonnen Hundekot im Jahr. Richtig entsorgt, tragen ihre Hinterlassenschaften sogar einen kleinen Teil zur Wärmeversorgung bei.
Was vorne hineingeht, kommt hinten nicht immer nur als Ärgernis heraus. Rund 60.000 registrierte Hunde leben in Wien und produzieren gemeinsam geschätzte 3.960 Tonnen Hundekot im Jahr. Richtig entsorgt, tragen ihre Hinterlassenschaften sogar einen kleinen Teil zur Wärmeversorgung bei.
Das Einsammeln schont nicht nur Schuhe und Nerven. Hundekot kann Krankheitserreger und Parasiten enthalten, die über Pfoten, Schuhe oder direkten Kontakt weitergetragen werden. Hundehalter müssen die Hinterlassenschaften deshalb sofort entfernen und im Restmüll entsorgen.
Reise durch den Müllbunker
Nach dem Mistkübel geht die Reise weiter zu den Abfallverwertungsanlagen Spittelau, Flötzersteig, Pfaffenau oder Simmeringer Haide. Gemeinsam verarbeiten die vier Anlagen jedes Jahr mehr als eine Million Tonnen Hausmüll, Gewerbemüll, Klärschlamm und Sonderabfälle.
Der angelieferte Restmüll wird zunächst gewogen und in einem großen Bunker gelagert. Ein Kran mischt feuchte und trockene Abfälle, damit ein möglichst gleichmäßiger Brennstoff entsteht. Mittendrin befinden sich auch die Gackerl-Sackerl.
Anschließend wird der Müll bei Temperaturen zwischen 850 und 1.200 Grad verbrannt. Die Rauchgase durchlaufen mehrere Reinigungsstufen. Glas, Keramik, Steine und Metalle bleiben als Rückstände zurück. Verwertbare Metalle können später aus der Schlacke gewonnen werden.
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Schwer wie neun Jumbojets
Die heißen Rauchgase erhitzen Wasser und erzeugen Dampf. Dieser treibt teilweise eine Turbine samt Generator an und produziert Strom. Die übrige Energie wird für Fernwärme genutzt.
Über das rund 1.300 Kilometer lange Fernwärmenetz gelangt die Wärme zu etwa 470.000 Haushalten und 8.000 Betrieben. Dort sorgt sie für warme Räume und warmes Wasser. Die vier Abfallverwertungsanlagen erzeugen gemeinsam rund 1,8 Millionen Megawattstunden Fernwärme im Jahr. Allein die Spittelau liefert jährlich etwa 500 Gigawattstunden Wärme und 60 Gigawattstunden Strom.
Natürlich besteht die Energie nicht ausschließlich aus Hundekot. Die Gackerl-Sackerl werden gemeinsam mit dem übrigen Restmüll verwertet. Eine überschlägige Berechnung zeigt dennoch, welches theoretische Potenzial in den Hinterlassenschaften steckt.
Frischer Hundekot besteht zu etwa 70 bis 80 Prozent aus Wasser und besitzt daher nur einen geringen Heizwert. Bis zur Verbrennung verliert er allerdings Feuchtigkeit. Bei einem angenommenen Heizwert von 3,3 Kilowattstunden pro Kilogramm ergibt sich aus der geschätzten Jahresmenge ein Energiepotenzial von rund 13 Millionen Kilowattstunden. Das entspricht ungefähr dem jährlichen Wärmebedarf von etwas mehr als 1.000 durchschnittlichen Wohnungen. Die 3.960 Tonnen Hundekot wiegen außerdem etwa so viel wie neun vollbesetzte Jumbojets.
Kleines Geschäft mit Zusatznutzen
Fernwärme nutzt zunehmend Energie, die ohnehin vorhanden ist. Dazu zählen Abwärme aus der Müllverwertung und Industrie sowie Biomasse und Geothermie. Laut Wien Energie spart das System jährlich rund 1,5 Millionen Tonnen CO2 ein. Bis 2040 soll die Fernwärme vollständig ohne fossile Brennstoffe auskommen.
Wiens Hunde heizen damit zwar nicht die ganze Stadt. Einen kleinen Beitrag zur Wärmeversorgung leisten sie trotzdem.
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