Schicksals-Rennen

458 Zillen & 1 Wangenabstrich könnte Feuerwehrkameraden retten

Gruppe jubelnder Feuerwehrleute mit Pokalen bei einem Festzelt-Wettbewerb in Ardagger.
© Wolfgang Zarl
Zwischen dem Jubel der Zillenbewerbe und dem stillen Ringen um ein Menschenleben liegt am 8. August nur ein Wangenabstrich. In Kollmitzberg wird ein Sporttag zur Mission – für einen Feuerwehrkameraden, dessen Überleben von einem einzigen Treffer abhängt.
OE24 auf Google bevorzugen

Ardagger. Am 8. August 2026 wird der Granitsteinbruch der Firma Hinterholzer in Kollmitzberg zur Bühne eines Tages, der Nervenkitzel und Schicksal vereint. 458 Zillenbesatzungen kämpfen bei den 47. Bezirkswasserdienstleistungsbewerben des Bezirks Amstetten auf der Donau um jeden Zentimeter, um jeden Sekundenbruchteil – organisiert von der FF Stefanshart und dem Bezirksfeuerwehrkommando Amstetten. Ein Fest der Kraft, der Präzision und der Kameradschaft, wie es der Bezirk selten erlebt.

Zwei Frauen rudern mit Stangen ein Boot nah am Ufer eines Flusses entlang.
In Aktion. © Wolfgang Zarl.

Ein Kampf, der über Leben und Tod entscheidet

Doch während sich am Ufer der Donau Muskeln anspannen und Rufe über das Wasser hallen, tobt anderswo ein weit stillerer, weit dramatischerer Kampf. Ein Feuerwehrkamerad und zweifacher Familienvater aus Korneuburg ringt um sein Überleben – seine einzige Hoffnung: eine passende Stammzellspende.

Wenn der Ernst des Lebens auf einen Wettkampftag trifft

Deshalb verwandelt sich der Bewerbstag zugleich in eine Mission der Menschlichkeit. Von 8:00 bis 18:00 Uhr läuft mitten im Steinbruch eine Typisierungsaktion von Geben für Leben, bei der ein simpler Wangenabstrich über Leben und Tod entscheiden kann.

Bezirkskommandant ruft zum Handeln auf

Bezirksfeuerwehrkommandant Rudolf Katzengruber findet eindringliche Worte: „Jede Typisierung kann Leben retten – mach mit und schenke Hoffnung." Sein Stellvertreter Josef Fuchsberger bestätigt die enorme Resonanz: 458 Zillenbesatzungen haben sich für den Bewerb angekündigt. Familien, Freunde und Gäste sind eingeladen, dabei zu sein – nicht nur, um die Wettkämpfe hautnah mitzuerleben, sondern auch, um selbst zu Lebensrettern zu werden.

Der Schatten, der Hoffnung macht

Wie folgenreich ein einziger Abstrich sein kann, zeigt eindrücklich die von oe24 berichtete Geschichte von Michael und seinem Spender Lukas, die nach Jahren des Bangens erst kürzlich einander gegenüberstanden – ein lebendiger Beweis dafür, dass aus einem Moment der Entscheidung ein ganzes Leben erwachsen kann.

Ein Blick in die Zukunft

Schon jetzt wirft das kommende Jahr seine Schatten voraus: 2027 übernimmt die FF Allhartsberg die Organisation der Landeswasserdienstleistungsbewerbe auf der Ybbs – ein neues Kapitel für den Bezirk Amstetten.

Fazit: Zwischen tosendem Wettkampfgeschehen und stillem Schicksalskampf wird der 8. August in Kollmitzberg zu einem Tag, an dem sportlicher Ehrgeiz und die Rettung eines Menschenlebens untrennbar miteinander verschmelzen.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden