Verzweifelte Suche

Mutter in Geiselhaft: Gewährt Meinl-Reisinger Sohn Audienz?

Ältere Frau mit Sonnenbrille blickt in die Ferne, Hintergrund ist wolkiger Himmel.
© zVg
Ein Schicksal, das unter die Haut geht: Heute vor genau 19 Monaten wird Eva Gretzmacher in Agadez, Niger, entführt. Die 75-Jährige sitzt seither in der Gewalt ihrer Entführer fest – ein aktuelles, überprüfbares Lebenszeichen fehlt bis heute. Ihr Sohn bricht nun sein Schweigen und rechnet öffentlich mit der Politik ab.
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In einem emotionalen Facebook-Posting macht der Sohn seiner Verzweiflung Luft: Nach fast anderthalb Jahren reiche es ihm nicht mehr, nur von Gesprächen, Krisenstäben und diplomatischen Kontakten zu hören. Seine bittere Bilanz: Zeit sei in einer Geiselnahme kein neutraler Faktor – Diskretion dürfe nicht zum Deckmantel für Ergebnislosigkeit werden.

Kein Termin trotz Anfrage

Besonders brisant: Am 24. Juli wandte sich der Sohn direkt an Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) und bat um ein persönliches Gespräch. Zwar signalisierte das Ministerium am 5. August grundsätzliche Bereitschaft – einen konkreten Termin gibt es bis heute, 18 Tage später, aber nicht.

Der Vergleichsfall, der wütend macht

Ausgerechnet in diesem Zeitraum geschah etwas, das die Familie fassungslos macht: Ein deutscher Staatsbürger wurde Ende Juli ebenfalls in Niger entführt - doch bereits am 7. August befreiten ihn algerische Sicherheitskräfte und brachten ihn in Sicherheit. Während also ein neuer Entführungsfall in derselben Region binnen weniger Tage gelöst wird, wartet Eva Gretzmacher seit 19 Monaten auf ihre Freiheit – und ihr Sohn noch immer auf ein Gespräch mit der zuständigen Ministerin.

Unbequeme Fragen, die bleiben

Der Sohn lässt nicht locker und stellt der Außenministerin fünf zentrale Fragen: Wo ist das aktuelle Lebenszeichen seiner Mutter? Wie wird deren medizinische Versorgung sichergestellt? Welche Wege funktionieren tatsächlich? Wann werden erfolglose Strategien geändert? Und wer trägt am Ende die Verantwortung für das Ergebnis?

Fazit: Für den Sohn ist klar: Es geht nicht um Verwaltung oder diplomatische Befindlichkeiten – es geht um das Leben seiner Mutter. Seine Forderung ist unmissverständlich: Meine Mutter muss nach Hause.

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