"Stimmen gehört"
Mutter tötet Sohn (11) – lebenslange Haft
Am 30. Jänner kam es in der Wohnung der Familie zur tödlichen Attacke. Die Mutter schnitt ihrem Sohn mit einem Brotmesser die Kehle durch und stach anschließend mit einem weiteren Küchenmesser mehrfach auf ihn ein.
Samuel verblutete. Die Gerichtsmedizinerin schilderte vor Gericht die schweren Verletzungen. Die Angeklagte hielt sich während dieser Ausführungen Augen und Ohren zu.
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Nach der Tat versuchte die Frau, sich selbst das Leben zu nehmen. Sie verlor kurz das Bewusstsein, kam wieder zu sich und verständigte den Notruf. Den Einsatzkräften sagte sie zunächst jedoch nicht, was passiert war.
Sie wollte ihren Sohn "beschützen"
Die Angeklagte ist geständig. Als Motiv nannte sie eine massive Angst um ihren Sohn. Sie habe Stimmen gehört und geglaubt, dass ihm eine schlechte Zukunft bevorstehe.
Dabei sprach sie von einem angeblichen satanistischen Bund, dem ihre Familie angehört habe und in dessen Zusammenhang sie und ihr Sohn missbraucht worden seien. Beweise für diese Behauptungen gibt es laut Gericht nicht.
Die psychologische Sachverständige bezeichnete diese Vorstellungen als Verschwörungstheorie. Die Frau sei davon überzeugt gewesen, dass ihre Vorstellungen der Wahrheit entsprachen.
War sie zurechnungsfähig?
Die Staatsanwaltschaft warf der Angeklagten vor, ihre Vorstellungen würden dazu dienen, ihre Verantwortung für die Tat zu verschleiern. Die Gutachter kamen jedoch zu dem Schluss, dass sie zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig war.
Der psychiatrische Sachverständige Frans van der Kallen erklärte, die Frau sei vor der Tat nicht psychisch krank gewesen. Ihr Denken sei zielgerichtet und strukturiert gewesen. Eine Psychose habe er nicht festgestellt.
Auch die psychologische Sachverständige bestätigte, dass sie trotz ihrer Überzeugungen ihren Alltag weitgehend normal bewältigt habe.
Staatsanwältin forderte lebenslange Haft
In ihrem Schlussplädoyer betonte Staatsanwältin Viktoria Steinecker die Schwere der Tat. Die Angeklagte habe gewusst, dass sie ihren Sohn tötet und dass sie das nicht tun dürfe.
Die Verteidigung verwies hingegen auf die schwierige Vergangenheit der Frau. Sie soll selbst Misshandlungen erlebt haben und jahrelang drogenabhängig gewesen sein. Sie habe versucht, ihre Traumata aufzuarbeiten und sei schließlich immer stärker in Verschwörungstheorien abgerutscht.
Vor den Geschworenen sagte die Angeklagte schließlich: "Ich habe meinen Sohn über alles geliebt."
Lebenslange Haft – Urteil nicht rechtskräftig
Am Mittwochnachmittag verkündete der Vorsitzende Richter Roman Weiß das Urteil: Die Frau muss lebenslang ins Gefängnis.
Die Geschworenen kamen damit zu dem Schluss, dass sie zum Zeitpunkt der Tat wusste, was sie tat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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