»Ich sehe niemanden«

Nach Arnautovic-Abschied: Stürmer-Alarm beim ÖFB

ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick
© FIFA via Getty Images
Teamchef Ralf Rangnick sieht im heimischen Nachwuchs keinen Erben für unseren Rekord-Bomber.
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Mit dem WM-Aus endet für Österreich nicht nur ein Turnier – sondern womöglich eine ganze Fußball-Ära. Das 0:3 gegen Europameister Spanien im Sechzehntelfinale war zwar keine Sensation, traf Fußball-Österreich aber dennoch mitten ins Herz. Denn mit dem Schlusspfiff fiel auch der letzte Vorhang für Marko Arnautovic.

Der Rekordtorschütze verabschiedete sich unter Tränen aus dem Nationalteam. Und als wäre das nicht schon bitter genug, ließ auch Kapitän David Alaba seine Zukunft offen. Mit Arnautovic verliert das ÖFB-Team weit mehr als nur seinen Mittelstürmer. 137 Länderspiele, 49 Tore, drei Europameisterschaften, eine Weltmeisterschaft – nach 18 Jahren ist Schluss. Kaum ein Spieler polarisierte so sehr, kaum einer prägte das Nationalteam so nachhaltig. Mal Genie, mal Reizfigur, aber immer Vollblut-Profi. Eines stand fest: Mit Arnautovic wurde es nie langweilig. Jetzt klafft im ÖFB-Angriff eine riesige Lücke. Die alles entscheidende Frage lautet: Wer soll sie schließen?

Bitteres Geständnis: "Ich sehe niemanden..."

Die Antwort von Teamchef Ralf Rangnick klingt alles andere als optimistisch. "Wenn nicht irgendwo einer mit österreichischen Vorfahren auftaucht, den wir bisher nicht kennen, werden wir in zwei Jahren noch mit den Spielern spielen, die wir jetzt haben. Ich schaue viele Spiele der U17, U19, U21 – ich sehe niemanden, der in den nächsten zwei Jahren in die Fußstapfen treten könnte", erklärte der 68-Jährige nüchtern. Damit wird klar: Österreich hat ein Stürmer-Problem. Umso erstaunlicher ist es, dass Rangnick keinen großen Umbruch erwartet. Dabei wäre dieser eigentlich kaum zu vermeiden. Nach der WM wird rund ein Drittel des aktuellen ÖFB-Kaders bereits 30 Jahre oder älter sein. Die jüngsten Hoffnungsträger heißen Carney Chukwuemeka (22) und Paul Wanner (20). Einen großen Generationswechsel erwartet Rangnick trotzdem nicht.

ÖFB-Kücken: Paul Wanner (20) & Carney Chukwuemeka (22).
ÖFB-Kücken: Paul Wanner (20) & Carney Chukwuemeka (22). © Getty Images

Schöttel glaubt an den Generationswechsel

ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel sieht die Lage deutlich optimistischer. "Ich denke schon, dass jetzt der Zeitpunkt ist, jüngere Spieler dazuzunehmen, die knapp dran waren oder fast mit zur WM gefahren wären." Gleichzeitig hofft er, dass bis auf Arnautovic alle Leistungsträger weitermachen. Gerade erfahrene Spieler wie Alaba, Sabitzer & Co. sollen die nächste Generation führen.

Nations League als rot-weiß-roter Neustart

Die erste Chance dafür bietet sich bereits im September. In der Nations League geht es zwar um den Wiederaufstieg in Liga A, gleichzeitig kann Teamchef Rangnick aber auch jenen Spielern eine Bühne geben, die bei der WM kaum oder gar nicht zum Einsatz kamen. Michael Svoboda, David Affengruber, Dejan Ljubicic, Alessandro Schöpf sowie die beiden Torhüter Patrick Pentz und Florian Wiegele hoffen auf ihre Chance. Mit Blick auf die EM 2028 in Großbritannien und Irland führt an einem behutsamen Generationswechsel ohnehin kein Weg vorbei. Die Nations League könnte dafür zum Startschuss werden.

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